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Keine EULen nach Athen tragen

Die Hochschulfusion und ihre Folgen

von Die Referenten für Hochschulpolitik des StuRa der BTU, Bildung

Am 09. Februar veröffentlichte die vom MWFK eingesetzte Lausitzkommission ihren Bericht zur künftigen Hochschulstruktur in der Lausitz. Genauer setzt sie sich mit den Strukturen der BTU-Cottbus und der Hochschule Lausitz auseinander.
Neben einigen sinnvollen Ideen unterbreitet die Kommission in Ihrem Bericht auch die Empfehlung, einige Studiengänge komplett abzuschaffen. So will sie unter anderem die Studiengänge e-Business, Mathematik und Physik als eigenständige Studiengänge abschaffen. Das Konzept beinhaltet des Weiteren Vorstellungen über Strukturen, die eine engere Kooperation zwischen den beiden Hochschulen ermöglichen sollen. Dies kann aufgrund von Spezialisierungen in einigen der betroffenen Studiengänge nicht wie vorgeschlagen umgesetzt werden.
Ministerin Kunst geht jedoch über diese Vorschläge der Expertenkommission hinaus: Sie fordert eine Fusion beider Hochschulen zu einer „Energie-Universität Lausitz“ (EUL). Eine solche Fusion würde sich in vielen gravierenden Probleme und hohen Kosten niederschlagen. Es ist zu befürchten, dass die Drittmitteleinnahmen aus der Forschung zurückgehen, da Forschungspartner abspringen werden. Die Studienplatzkapazitäten werden trotz derzeit steigender Studierendenzahlen abgesenkt. Viele Studierende, die sich bewusst für ein Studium an einer Technischen Universität entschieden haben, werden Cottbus nach der Fusion verlassen und die Reputation von Hochschulabsolventen der BTU wird deutlich an Wert verlieren.
Die Lehre wird sich stark verschlechtern, da u.a. wissenschaftliches Personal die BTU Cottbus bei entsprechenden Angeboten verlassen wird. Die Attraktivität der BTU Cottbus sowie auch der Hochschule Lausitz wird für Studierende durch das Pendeln nach Senftenberg und Cottbus verloren gehen. Eine Absenkung der Studierendenzahlen wird sich auf beide Hochschulstandorte und die Region negativ auswirken.
Anhand dieser sich selbsterfüllenden Prozesse wird ersichtlich, dass die negativen Folgen einer solchen Fusion so gravierend sind, dass sie die wenigen positiven Aspekte, welche die Ministerin genannt hat, deutlich überstrahlen.
Der Ministerin ist besonders vorzuwerfen, dass den Betroffenen, also den Studierenden, Mitarbeitern und Professoren beider Hochschulen keine Mitbestimmung und ein transparenter Informationsfluss gewährt wurde. Durch die Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes, die die Fusion erst gesetzlich ermöglichen soll, werden starke Einschnitte in die Hochschulautonomie stattfinden. Es gab schon ähnliche Versuche solcher Fusionen in anderen Bundesländern, die jedoch alle sehr teuer und nicht erfolgreich waren.
Die Betroffenen appellieren geschlossen an Frau Kunst, Matthias Platzeck und die Landtagsabgeordneten einer solchen Fusion den Rücken zu kehren und verlangen einen Strukturwandel, welcher der Situation, den Bedürfnissen der Studierenden, der Mitarbeiter und der Professoren angemessen ist und mit diesen demokratisch abgestimmt wird.
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