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Der StuRa zur „Fusion“ von BTU und Hochschule Lausitz

von László Földesi , Sprecher des Studierendenrates der BTU Cottbus, Bildung

Die Vertretung der Studierendenschaft der BTU Cottbus steht dem Vorschlag der Ministerin Frau Prof. Sabine Kunst, die BTU Cottbus und die Fachhochschule Lausitz aufzulösen und eine neue Universität in der Lausitz zu gründen, sehr kritisch gegenüber.
Wie auch die Lausitzkommission, sehen wir durch eine Fusion der beiden Hochschulen immense Gefahren für den Universitätsstandort Cottbus. Die Studierenden der BTU Cottbus haben sich für diesen Studienort entschieden, weil Sie hier die Möglichkeit haben, einen Abschluss an einer Technischen Universität zu erhalten.
Der Reputationsschaden von zukünftigen Abgängern der BTU Cottbus besonders im Übergangszeitraum zur Fusion und während der Fusion kann erheblich sein. Welchen Wert hat ein Universitätsabschluss einer nicht mehr existierenden Universität? Einzelheiten zu den Fusionsplänen der Ministerin sind der Studierendenschaft bisher nicht bekannt. Das führt nicht nur zu Unsicherheiten auf studentischer Seite, sondern wir befürchten auch, dass gerade wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren die Universität verlassen werden, wenn sich Ihnen die Möglichkeit bietet.
Ein Mitarbeit in der Lausitzkommission wurde den Studierenden nicht ermöglicht. Es wurden lediglich Interviews mit Studierenden und Professoren durch die Kommission geführt. Bis jetzt gab es aber kein Angebot seitens des Ministeriums, zu Gesprächen mit den Studierendenschaften beider Hochschulen. Den Studierenden muss ein Recht auf Mitsprache zugesprochen werden, denn letztlich bilden sie jede Legitimation für das Bestehen einer Universität. Hierzu zählt auch eine stärkere Mitarbeit und Information der Studierenden an der Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes.
Die Kommission hatte sich angesichts der offensichtlichen Risiken für den Erhalt der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz ausgesprochen. Mit dieser Meinung gehen wir einher. Wir befürchten, dass die Zahl der Neuimmatrikulationen stark zurückgehen wird. Die Studierenden entscheiden sich bewusst für ein Studium an der BTU. Sie hat in internationalen Vergleichen und Rankings beachtliche Ergebnisse erzielt. Es bestehen berechtigte Zweifel, ob ein Abschluss der "Universität Lausitz" den gleichen Wert wie ein Abschluss der BTU Cottbus hat. Einher mit diesem Zweifel geht auch die Frage nach der Umsetzbarkeit eines einheitlichen Unterrichts für Studierende mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und Studienzielen. Das kann unserer Meinung nach nur die Qualität der Lehre und Forschung mindern. Zudem bedeutet dies einen unabsehbaren finanziellen Mehraufwand, der gewiss nicht zu den notwendigen finanziellen Einsparungen führen wird.
Nach der Tagung des Wissenschaftsausschusses fragen wir uns, welche Ziele Frau Kunst mit der Fusion letztendlich verfolgt. Der von den Studierenden gewünschte Erhalt beider Standorte kann damit auf absehbare Zeit nicht gesichert werden.
Wir fordern die langfristige Sicherung des Universitätsstandortes Cottbus mit dem Prädikat einer Technischen Universität, die Einbindung der Studierendenschaft in den Entscheidungsprozess und offene, für jeden Studierenden nachzuvollziehende Worte zu den Fusionsplänen der Ministerin Frau Prof. Kunst.
Der Ruf der BTU Cottbus darf nicht weiter beschädigt werden. Wir fordern von den Abgeordneten des Brandenburgischen Landtages ein klares Bekenntnis zur Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, die Ausfinanzierung der Lehre und Planungssicherheit für alle Betroffenen beider Hochschulen.
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