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Björn Casapietra - Romantic Love Songs - Lieder ewiger Liebe

7.9.2012, Evangelische Kirche, Burg

von Christiane Freitag, Kultur

´Der Rockstar unter den Tenören´, oder doch lieber ´Popstar unter den Tenören´?
Seit ich ihn kenne, suche ich nach einer Beschreibung, die das auf den Punkt bringt, was Björn Casapietra ist. - Nach wie vor vergebens. Er passt einfach in keine Schublade, was irgendwie auch sein Gutes hat.
Björn Casapietra ist ein Tenor dessen Auftritte Rockkonzerten gleichen. Das Publikum singt “funiculi, funicula“ mit und andere Textstellen, des Italienischen mal mehr mächtig, mal weniger.
Gemeinsam mit seiner grandiosen Pianistin Sybille Briner, die das Konzert mit dem weltberühmten Soundtrack von Amelie beginnt, überzeugt und überrascht er ab dem ersten Ton. Sybille Briner singt auch selbst und im Duett mit Casapiertra, wie bei Sarah McLachlan’s “Angel” oder Nick Cave’s “Wild Roses”. Nur einer der vielen Höhepunkte der nahezu zwei Konzertstunden ist Dirk Michalis’ “Als ich fortging” auf Italienisch.
Dröge, steife Klassikkonzerte sind also so gar nicht seins. Björn Casapietra bildet ein eigenes Genre – Name noch gesucht. Und diesem Genre machte er auch in Burg wieder alle Ehre. Er gab, was er konnte und noch ein bisschen mehr, um das zunächst abwartende Publikum immer besser einzubeziehen. Dass die Gäste in Burg ein wenig länger brauchten, ist so nicht weiter ins Gewicht gefallen. Gesang und stehende Ovationen am Ende zeugten von glücklich-zufriedenen Besuchern.
Ein Gesangslehrer sagte einmal zu Björn Casapietra: „Ein Lied besteht aus vielen Phrasen, und du musst jede einzelne von ihnen wie einen Diamanten behandeln, dann kannst du hoffen, dem Lied und der Musik gerecht zu werden.“, und genau das verkörpert seine Musik. Wie sonst sind seine unsagbar begeisternden und bewegenden Konzerte zu erklären? Nicht minder wichtig ist Sybille Briner. Beide sind wie füreinander gemacht, verstehen sich ohne Worte, ganz zu schweigen von der Harmonie ihrer Stimmfarben – zum Niederknien. Latsch hat Bommel gefunden – natürlich in musikalischer Hinsicht. Und ob spanische Zarzuela oder italienische Arie, ob irische Volksweise oder Eigenkomposition, aus jedem seiner Lieder macht Björn Casapietra etwas Besonderes, kleine ganz speziell interpretierte Kunstwerke – oder eben je einen kleinen Diamanten.
Zum Leuchten (ganz wörtlich) und Klingen gebracht wurde alles übrigens von einer auf den Kirchenraum wirklich dezent-optimal eingestimmten Beleuchtung und Beschallung. Respekt.
Ich danke für ein erneutes wunderschönes Konzert und für das Hinwegsingen der anfänglichen, kirchenbankbedingten Rückenschmerzen.
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