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Pressegespräch und Jahresvorschau des DKW

von Simone Claudia Hamm, Kultur

Große Bögen und Linien wird es im nächsten Jahr zu erleben geben. Gefestigt und sympathisch präsentiert die Direktorin, Ulrike Kremeier, mit den drei Kustoden Jörg Sperling, Barbara Martin und Carmen Schliebe den neuen Kurs des DKW. Viel Wert wird auf die Zusammenarbeit untereinander gelegt und die Einbeziehung der einzigartigen Sammlung, die im Depot des Landesmuseums ihren Winterschlaf hoffentlich für immer beendet hat. Es wird gerade eine Sammmlungsausstellung für den Export konzipiert, der ab März 2013 in Frankreich zu sehen sein wird, ein wichtiger Schritt auf dem Weg dem DKW eine europaweite Akzeptanz und Größe zu verschaffen. Wichtig ist auch das ein Landesmuseum wie das DKW andere Aufgaben zu erfüllen hat als ein rein städtisches Museum, es trägt Verantwortung für die Bewahrung und Präsentation der Geschichte im kunsthistorischen Bereich, soll die internationale und landesspezifische Kunstszene reflektieren und trägt klar einen Bildungsauftrag, im Jahresausstellungsplan ist das gut zu erkennen.
Begonnen wird im Februar 2013 mit zwei Ausstellungen zum Thema Portrait, die einander wunderbar ergänzen, bei Clegg & Guttmann geht es um großformatige (z.B. 7m x 2,5m) Einzel-, Doppel- und Gruppenfotografien die in der Komposition an Repräsentationsportraits des 16. und 17. Jahrhundert angelehnt wurden und kritisch mit den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründen unseres modernen Lebens spielen. „Kopf an Kopf“ versteht sich hingegen als reizvolles Pendant, bestehend aus 100 sammlungseigenen Gemälden, Fotografien und Plakaten, welche noch nie oder lange nicht mehr gezeigt wurden und neuesten Erwerbungen.
Im April warteten „Experimente: zwischen Figur und Abstraktion, Portraits, Stilleben und Landschaft“ auf, ein einzigartiger Nachlassbestand zweier Künstlerinnen (Marta Hoepfner, Irm Schoffers), bei denen gleiche Themenbereiche den unterschiedlichen, individuellen Blick der Kamera zeigen und durch Experimentierfreude die Grenzen der Fotografie überschritten werden.
Im Mai spannt die Ausstellung „von der Secession in die Moderne“ einen faszinierenden Bogen zwischen Jugendstil, Secession, Expressionismus und moderner Sachlichkeit, dabei werden Stücke aus Privatsammlungen und der Sammlung des DKW kombiniert. Plakate von Frieder Grindler „HIN Schauen“ bestechen durch Klarheit, Sachlichkeit, lapidare Strenge und Hintersinn, zu sehen ab Juli 2013 im Schalthaus, mit zum Teil sehr politischen surrealistischen Fotomontagen.
Ab August wird es jung „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ versammelt fotografische Arbeiten, zum Thema Jugend und deren gegensätzliche Klischees, von Nachwuchstalenten und Professoren der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Hierzu sind auch Workshops der ausstellenden Fotografen mit Vereinen wie dem Machtlos e.V. geplant. Die Videoinstallation „Choreografische Bilder im Feld“ bleibt thematisch in Brandenburg und führt mit liebevoll ironischem Blick Mikrogesellschaften und deren Inszenierung im Raum vor. Noch einmal fotografische Arbeiten beschert uns der Nachlass, des in Cottbus geborenen Michael Schade, der durch seine ungewöhnliche Bildsprache bereits früh auffiel und in der Gegenüberstellung mit Arthur Zalewski ab Ende September präsentiert wird.
Ein Augenschmaus und Vorgeschmack auf die Scheuerecker Ausstellung im Oktober gibt es ebenfalls im September mit Paul Gauguin: „Das (verlorene) Paradies?“. Der Exilfranzose und Südseemaler wird mit Druckgrafiken aus internationalen Sammlungen präsent sein, bewegend, zwischen exotischer Schönheit und düsterem Schwermut, für Liebhaber der großen Kunst besonders sehenswert. À propos „cherchez la femme“, Sehnsuchtsmotive wie bei Gaugin prägen auch die Arbeiten des Cottbusser Künstlers Hans Scheuerecker „Verloren im Paradies“ wird den Kontext mehrerer Werkgruppen zeigen. Abstrakt, simpel, expressiv, prägnant; er hat seine ganz eigene neoexpressiven Figurensprache und ist seit Jahrzehnten aus der Cottbusser Kunstszene nicht mehr wegzudenken, wer sich für sein Lebenswerk von frühen bis späten Werken interessiert, ob klein, ob groß, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.
Eine spannende Reise durch die Welt der Kunst erwartet uns im nächsten Kalenderjahr im DKW, eine Jahreskarte ist für manch einen bestimmt das passende Weihnachtsgeschenk. Wer noch nicht in der Ausstellung Weltsichten war sollte das unbedingt nachholen, bis zum 15.1.2013 ist noch Zeit.
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