Home Artikel Nachrichten Heft Suche Termine

Gesehen: 3. Philharmonisches Konzert

Staatstheater Cottbus, 2. Dezember 2012

von Isabel Witkowski, Kultur

Am 2. Dezember 2012 besuchte ich das 3. Philharmonische Konzert im Staatstheater. Dies war mein erster Besuch eines solchen Konzertes und ich war sehr gespannt was mich dort erwarten würde. Wird es mir gefallen? Hab ich überhaupt genügend Wissen über klassische Musik? Vielleicht ein bisschen, aber wird dieses kleine Repertoire auch genügen, um etwas über ein Philharmonisches Konzert zu berichten?
Diese Fragen beschäftigten mich noch im Saal, als ich schon Platz genommen hatte und in halb versunkenen Gedanken die Bühne, die mit zahlreichen Stühlen ausgestattet war, betrachtete. Dann ging es los und ich nahm mir vor den Klängen der Musik aufmerksam und unvoreingenommen zu lauschen.
Das erste Stück war eine Uraufführung von Valerio Sannicandro mit seinem Werk „Sutras“. Als die ersten Töne erklangen war mir sofort klar, dass es sich hierbei um ein modernes Werk eines jungen Künstlers handelt. Die Klänge wirkten auf mich fremd, verwirrend und durcheinander, aber genau das war das Schöne daran. Es war etwas Neuartiges, etwas was ich zuvor noch nicht gehört hatte, daher musste ich über dieses Werk mehr erfahren. Das Stück „Sutras“ ist für kleine Orchester bestimmt. Während des Stückes begleitet die Stimme einer Japanerin das Werk und rundet dieses modern-elektronisch klingende Werk ab. Als Besucher taucht man in gewisser Weise in eine fremde ferne Welt ein und träumt von unbekannten Orten, doch diese Träumerei hält nur vier Minuten an.
Es folgte „Les Preludes“ von Franz Liszt. Von ihm hab ich noch nie etwas gehört und war darum umso aufmerksamer. Sein Stück wirkte harmonisch, durchdrungen von einer Poesie zum Nachdenken und Träumen. Verschiedene Rhythmen und Klänge vereinten sich fließend zu einem wundervollen Werk und transportierten den Zuschauer in immer wechselnde Gedankengänge.
Als letztes und auch als längstes Werk dieses Abends erwartete die Besucher die „Sinfonie Nr. 4 Es-Dur „Romantische“ von Anton Bruckner, der mir bisher ebenso unbekannt war wie Franz Liszt. Hier wurde ich ganz anderen Klängen, Rhythmen und Eindrücken überlassen. Man fühlt sich mit der Musik hin und her geworfen und das keinesfalls negativ, ganz im Gegenteil. Da dieses Werk nicht chronologisch, was den Rhythmus und die verschiedenen Klänge betrifft, aufgebaut war, konnte man die Gefühle, die der Komponist in diesem Werk ausdrücken wollte, sehr genau erkennen. Das Motiv der Liebe zog sich durch das komplette Stück. Und wie wir alle wissen, ist die Liebe nicht immer harmonisch, daher gefiel es mir umso mehr, wie mit der Lautstärke der Musik gespielt wurde. Es ging mal hoch, mal runter, mal versank man ich tiefe Träume und wurde im nächsten Augenblick aus diesen entrissen, um in den nächsten einzutauchen. Als Resümee des ganzen Abends kann ich sagen, das es mir gefallen hat. Es war nicht wichtig etwas über die Komponisten und deren Stücke zu wissen, um der Musik zu lauschen und sich seine Gedanken darüber zu machen. Daher geht auch ein großes Lob an das Orchester des Staatstheaters und vor allem an den Gastdirigenten Will Hamburg der, zusammen mit den Musikern, allen Anwesenden den ersten Advent versüßte.
home - artikel - heftarchiv - nachrichten - impressum - datenschutz
folge uns: Facebook - Twitter
Blicklicht, www.kultur-cottbus.de © 2018 Blattwerk e.V. Cottbus