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Gesehen: MIA. - „TACHELES TOUR“ in Cottbus

6. April, Stadthalle

von Jens Pittasch, Kultur

Im Februar, in der Vorankündigung des Konzerts, schrieb ich noch vom doppelt unterbrochenen MIA.-Erlebnis. Zum Einen der Gig im Eliaspark 2006, zum Anderen die nur halbe Promo-CD zu „Tacheles“. Auch hatte ich Konzertberichte vom Tourstart gelesen, die recht verhalten ausfielen. Alles trug dazu bei, dass ich recht gespannt in die Stadthalle ging, doch ohne allzu große Erwartungen.
Nur - wie das halt ist, mit Erwartungen. Die Realität trifft sie einfach nicht, was meist zur Enttäuschung führt. Ganz anders, wirklich vollkommen anders, nun diesmal.
Die erste Überraschung war das Publikum. In Anzahl und Mischung. Es war richtig voll, es sprangen kleine Kinder umher, Jugendliche (im eher höheren Alter) waren gekommen, viele Leute um die Dreißig und etliche deutlich darüber.
Exakt eine halbe Stunde ließ die Band dann die Gäste warten, was schnell, wenn nicht sofort, vergessen war, als Mieze mit wehenden Tüchern im Ventilatorwind stehend, den Auftakt sang. Apropos Gesang, der ist anlagentechnisch klarer hinzubekommen und Andy Penn ist toll an der Gitarre, wie Robert Schütze am Bass, beide sind leider nur mäßig als Background-Sänger. Was aber auch schon die einzigen Kritikpunkte sind.
Denn das Konzert war einfach großartig. Mag sein, dass MIA. sich die ersten Kritiken zur Tacheles-Tour zu Herzen nahmen oder sich die Show halt einfach immer weiter entwickelte. In Cottbus jedenfalls, haben sie Tacheles geredet, gespielt und gesungen. Und wie!
Mit krachenden Elektro-Ausflügen ging es weit zurück in die Bandgeschichte, rockten sie sich und die tanzenden Gäste kreuz und quer durch mehr als zehn Jahre MIA.-Klänge von „Hieb und Stichfest“ bis zum extra neu übertexteten und arrangierten „Haus“ aus „Tacheles“.
Wie Augen im Sturm hat Mieze neue und ruhige Songs im 90 Minuten Konzertorkan mit Artistikeinlage eingebaut, war selbst spürbar unsicher, ob und wie das diesmal funktionieren würde und überglücklich, als das Publikum die neuen Töne nicht nur geschehen ließ, sondern verstand und annahm. „Danke, dass das hier möglich ist.“, freut sie sich, wirbelt herum ins nächste Outfit und der musikalische Sausewind bricht erneut los.
Vollkommen klar, dass der dann nicht gleich abflaut. Mehrere Zugaben verlängern den bemerkenswerten Abend, der fast das Finale der Tour war, auf zwei Stunden.
Am Tag darauf in Rostock packte der Wanderzirkus zunächst die Container und Koffer ein.
Hoffen wir, dass zumindest die Instrumente nach verdienter Pause schnell wieder heraus genommen werden und MIA. die gewonnene Energie in neue Musik verwandelt.
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