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Gesehen: Björn Casapietra – Summer Love Songs

13.4.13, Forster Hof, Forst

von Christiane Freitag, Kultur

Da bin ich also in Forst. In einer Stadt, die nun, mal abgesehen vom Rosengarten, nicht gerade für Ihre besondere Schönheit berühmt ist und betrete den Großen Saal des Forster Hofs, und es haut mich um: Ein riesiger wunderschöner Kronleuchter, eine aufwendig und makellos-restaurierte Architektur – einzig der kitschig-provinziale Blumenschmuck auf der Bühne und die etwas (n)ostalgische Bestuhlung trüben das Bild. Aber gut. Der Saal strahlt es weg und die Künstler des Abends ebenfalls: Björn Casapietra ist mit Pianistin Sybille Briner auf Sommer Love Songs Tour, heimlicher Untertitel: 23 Songs gegen den Winter, für den Frühling. 23 wunderschöne, bezaubernde Arien, Filmmusiken, Eigenkompositionen, Duette und Klaviersoli. Darunter auch einige kleine Premieren, musikalische Vorboten auf das sechste Studioalbum, das voraussichtlich Ende 2013, Anfang 2014 erscheinen wird. Und angesichts dieses Vorgeschmacks, hab ich mich gleich schon ein bisschen verliebt ins neue Album, will und kann eigentlich gar nicht mehr so lange warten – muss ja aber leider. Verliebt hat sich offenbar auch das restliche Publikum. Der Applaus wird von Mal zu Mal energischer. Kein Wunder bezirzt Björn Casapietra doch geradezu sein Publikum. Es verfällt ihm hemmungslos… Dies auch mit Songs vergangener Alben, sozusagen recycelt und mächtig aufgemotzt. Wer meint, dass Tenöre nach einiger Wirkungszeit dann doch irgendwie immer nur dasselbe singen können, weit gefehlt. In dieser Hinsicht ist und bleibt Björn Casapietra eben ein Ausnahmetenor, ist Sänger UND Entertainer. Und so kam auch dieses Konzert nicht ohne den unverwechselbaren Charakter eines Björn Casapietra Konzerts aus. Neben „klassischen Klassikern“ gab es so eben auch Barry Manilow, Duette von Nick Cave & Kylie Minogue oder Nicole Scherzinger & Vittorio Grigolo, Soundtracks oder aber auch ‘O sole mio zum Mitsingen. Björn Casapietra und Pianistin Sybille Briner, die das Konzert durch gefühlvolles Spiel und wunderschöne Klaviersoli zusätzlich bereichert, streicheln so nicht nur die Ohren ihrer Zuhörer, sondern berühren vor allem auch deren Herzen.
Schade, dass diese besondere Atmosphäre von Zuspätkommenden, „Umherwandelnden“ und klappernden Tellern hier und da des Öfteren gestört wurde. Mal abgesehen davon jedoch, war dieses Konzert wieder einmal eine großartig und berührende „Klassik“-Erfahrung, die Ihresgleichen sucht. Ein Abend zum dahin Schmelzen, Frühlingsgefühle und Alltagsflucht inklusive.
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