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Gesehen: Jugendclub am Staatstheater Cottbus – DNA

Premiere, 9.6.2013, Kammerbühne

von Christiane Freitag, Kultur

pictures/artikel/IMG_87480514.jpgDNA - so heißt, das neue Stück des Theaterjugendclubs des Staatstheater Cottbus (Leitung: Michael Böhnisch), der seit Beginn der Spielzeit 2012/13 wieder mal frisch und neu besetzt ist und sich zusammengefunden hat um ein neues Stück zu zeigen. Den Ideenfindungsprozess lenkten dabei die Jugendlichen selbst, indem sich sie sich eigenständig mit Texten auseinander setzten, die sie beschäftigten. Solang bis schließlich einer feststand: Dennis Kelly’s Roman „DNA“. Darin geht um eine Gruppe Jugendlicher, die sich einen Spaß daraus macht Adam, einen Jungen, der praktisch alles dafür geben würde und auch gibt um dazuzugehören, zu schikanieren. Nur treiben sie ihr wildes Spiel etwas zu weit und Adam stirbt – vermeintlich. Von nun an drehen sich die Gedanken der Jugendlichen darum, wie man diesen schrecklichen Unfall vertuschen kann. Wie rette ich meine eigene Haut, welche Schuld trage ich am Geschehen?
Ein Autowrack, ein paar Mülltonnen und Sperrholz (Bühne: Hans-Holger Schmidt) sind Schauplatz der zuweilen etwas holprigen und steif-aufgesagten Wortgefechte, wer macht was und vor allem, wer war was. Den einen Jungdarstellern gelingt es besser, den anderen schlechter sich in ihre Rollen zu finden, und so gibt es genau drei bis vier Lichtblicke, deren Auftritte man sehnlichst erwartet, bei allen anderen wünscht man sich leider sehnlichst, dass deren Szenen so schnell wie möglich doch bitte vorbei gehen mögen. Natürlich sind es keine Profischauspieler, die da auf der Bühne stehen, doch da ist so viel nutzbares Potenzial, das leider unentwickelt und ohne Führung in unkontrollierten Ausbrüchen verpufft – neue Besetzung, aber altes Problem. Ich bin etwas ratlos als ich die Kammerbühne verlasse und überlege, ob ich überhaupt einen Text zum Stück schreiben sollte. Und ob denn eventuelle Kommentare über den Entstehungshintergrund des Stücks oder aber über den Vergleich mit andere Institutionen, mit denen sich ein Staatstheater durchaus messen kann und auch sollte, sinnvoll oder doch eher unangemessen wären…Ich entscheide mich, das beiläufig in einem Nebensatz zu erwähnen.
So oder so, das Urteil lautet daher kurz und schmerzlos und leider nur: Sie bemühten sich. Und dass das mögliche Ergebnis ausblieb, ist nur zum kleineren Teil das Problem der Darsteller.


Foto: Marlies Kross
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