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Das 23. FilmFestival Cottbus

von Christiane Freitag, Film

„Schon wieder ist es November, schon wieder ein Jahr rum?!“, stellte ich fest, als ich zum ersten Mal wieder die blauen, aufgemalten, wegweisenden Filmrollen des Filmfestivals Cottbus in der Innenstadt erspähe. Zeit sich ein Programmheft und einen Stift zu schnappen um heraus zu finden, welche Kuriositäten, Erfolge, Newcomer und Klassiker des osteuropäischen Films diesmal warten….
Zum Auftakt mit Pepe Danquarts „Lauf, Junge, lauf“ gleich eine Weltpremiere. Und es sollte nicht die letzte sein. In den Wettbewerben Spielfilm und Kurzspielfilm zum Beispiel gab es weitere 11 Erstaufführungen von 13 gezeigten Filmen insgesamt. Das Cottbuser Filmfestival ist eben nicht irgendein Filmfestival sondern DAS Filmfestival des osteuropäischen Films.
Mit „Die, die keine Geschichten erzählen können“ stand ein besonders bewegend-mitreißender Film auf dem Spielplan. Er zeigt die Reise einer Australierin nach Bosnien-Herzegowina, die dort einem dramatischen Kriegsverbrechen auf die Spur kommt, das sie nicht mehr los lässt. Zentral dabei die Frage: Wie umgehen, mit ehemaligen Schauplätzen von Kriegsstätten? Ein Film gegen das Vergessen und gleichzeitig für das Erinnern und Aufarbeiten. Einfach großartig. Das Spielfilmdebüt Jasmila Zbanic’s gewann übrigens bereits 2006 den goldenen Bären der Berlinale.
Von seiner skurill-kuriosen Seite zeigte sich das Filmfestival mit „Ritas letztes Märchen“ (Renata Litvinova, Russland 2013). Gezeigt werden die letzten Wochen der gleichnamigen Protagonistin, in denen sich eine interessant-geheimnisvolle Blondine an ihre Seite gesellt – der Sensenmann in etwas unkonventioneller Gestalt. Ein Märchen nur für Erwachsene, zum Wundern und Staunen.
Leider bot sich unserer Redaktion terminlich nicht die Gelegenheit das Filmfestival in vollen und ganzen Zügen zu genießen, der vernehmbare Grundtenor jedoch war deutlich: Cottbus war eine Woche lang blau. Blau nicht im Sinne von alkoholtrunken, aber von filmverliebt. Für eine Woche lang konnte hier ein kleines bisschen Hollywood-des-Osteuropäischen-Films-Flair geschnuppert werden, eine Woche lang war Cottbus über seine Grenzen hinaus in vieler Munde und voll mit interessanten Berühmtheiten – eigentlich kein Wunder das mit 20.300 Besuchern erneut der Rekord geknackt wurde.
Wir freuen uns daher auf ein 24. ebenso glamourös-erfolgreiches Festival und danken an dieser Stelle allen Machern und Beteiligten des Filmfestivals für ihre großartige Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren geleistet haben, in vielen kommenden Jahren noch leisten werden und die das Filmfestival zu dem gemacht haben was es heute ist: DAS Filmfestival des osteuropäischen Films. Danke!
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