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Cottbus kurvt

Das neue Jahr in unserer Stadt

von Jens Pittasch, Cottbus

In Cottbus geht es 2014 um Kurven. So jedenfalls kam es (in etwa) zum Neujahrsempfang der Stadt Cottbus am 13. Januar heraus. Heute - genau eine Woche danach, kann man auf Straßen und Wegen erleben, wie leicht man dabei auch mal ins Schlingern und Rutschen kommen kann. Während Blitzeis aber irgendwie leicht zu entschuldigen und ganz natürlich ist, sind einige Ausrutscher der Stadt(verwaltung) weitaus weniger leicht zu erklären. Deutlich machten das einige Protestschildchen in der Stadthalle zur Altanschließerproblematik, während vorn Energie Cottbus in der Kurve lag und thematisch der Bogen von Jugendmusik-Instrumenten bis zu weiblichen Rundungen gespannt wurde.
Die Plakate hätten ruhig deutlich größer sein können, denn mal abgesehen von möglicher Rechtmäßigkeit der „Nicht“-Erlasse zwischen den Feiertagen, offenbart das eine Stillosigkeit, gepaart mit Selbstherrlichkeit der Stadtspitze und Kommunalpolitik, die nicht mehr als Ausnahme, sondern Regel erscheinen mag. Und der das wohl Schnuppe ist, zu gut ist doch seit Jahrzehnten die parteiübergreifende Versorgung mit abgesicherten Posten in Ämtern oder in amtsnahmen Unternehmen.
Im ersten Veranstaltungshaus am Platz gab es reichlich Brot zu diesen Spielen; an überreichlich gedeckten Tischen und bei stets neu gefüllten Krügen konnte man sich die rutschigen Kurven zu Erfolgen schöntrinken und auf das eine oder andere vorteilhafte Geschäft anstoßen. Der Mob, ähhh - die Bürger, werden die Rechnung schon zahlen.
Während dessen schreibt „Maria“ Woidke, der Ministerpräsident, der zum Amt kam, wie Mutter Gottes zum Kind, dass er gern pünktlich in Cottbus gewesen wäre am 13.1., ihn jedoch BER-Zwänge aufgehalten hätten. Nun - in Cottbus wartet man weniger auf Flughafen-Entscheidungen, als auf endlich mal sein Wort in Sachen BTU, doch still schweigt Herrn Platzecks Übergangspräsident aus Forst und spricht nicht über die Mühen der Ebene -lieber schon von 25 Jahren friedlicher Revolution. Womit ich wieder in Cottbus wäre, der Stadt, in der trotz ihrer Verwaltung und Politik in diesen Jahren wirklich Großartiges geleistet wurde, von Menschen, die Gutes machen, einfach so, unermüdlich und Hindernisse überwindend. Keinesfalls gilt eine Pauschalschelte für alle, die sich in kommunalen, staatlichen oder politischen Ämtern und Diensten engagieren. Sehr oft erlebt man glücklicherweise auch hier bestes Handeln, meist am operativen Ende der Kette. Die auch denen dort eine Last ist, zerren doch von oben und seitlich Kräfte daran, die zumeist noch in der Zeit vor diesen 25 Jahren ihren „Umgang mit Menschen erlernten“ und die wohl erst in 25 weiteren Jahren, mit neuen Generationen, (möglicherweise) in einen neuen Stil münden können.
Auf also ins Themenjahr Wirtschaft und Gesundheit, wie das neue amtlich - an den Haaren herbeigezogen - überschrieben wurde, festhaltend an den vor einigen Jahren nunmal eingeführten Jahresmottos. Passenderweise wird 2014 immerhin das Carl-Thiem-Klinikum 100, unser städtisches Krankenhaus mit überregional hoher Bedeutung. Interessant, vom „anwesenden Professor Carl Thiem“ zu hören, dass die "Vereinigte Städtische und Thiemsche Heilanstalt" 1914 gegen den erklärten Willen der damaligen Stadtspitze geschaffen wurde. Bedauerlicherweise befindet sich unser Klinikum derzeit leitungsseitig auf einem Schleuderkurs. So dass aber immerhin diese Kurve zur Einleitung passt.
Abschließend ein Tipp: Der 14. September ist in Cottbus und Brandenburg Wahltag!
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