Home Artikel Nachrichten Heft Suche Termine

Hochzeitsmesse. Ja ich will!

von Christiane Freitag, Cottbus

Premiere hatte sie, die neue Hochzeitsmesse „Ja ich will!“ - am 26. Januar. Mit 37 Austellern der Bereichen Brautmoden, Juweliere, Caterer, Fotografen, Autovermietungen, Floristen, Reisebüros, ... und Standesämtern. Ohne das Standesamt Cottbus allerdings. Warum auch? Ist ja ´nur´ die Hochzeitsmesse COTTTBUS.
Was anfangs, dank der Atmosphäre der alten Chemiefabrik, noch als heimelig-gemütlich wirkte, wurde mit zunehmender Besucherzahl (was ja zumindest für den Veranstalter gut ist) eng, enger und noch enger. Sardinenbüchsenartig drückten sich alsbald die Heiratswilligen im Viereck an den Ständen entlang. Bäcker, Florist, Juwelier, Bäcker, Fotograf, Hochzeitsplaner, Caterer, Fotograf… die Anordnung verwirrte etwas, die Stände thematisch zu gruppieren, wäre sinnvoller gewesen. Buntbebilderte Auslagen teilte man sich mit mehreren, wer persönlich mit den Ausstellern reden wollte, musste sich angesichts des Andrangs in Geduld üben. Der nette Moderator inmitten des Raums entpuppte sich zusätzlich als Kommunikationskiller, verstand man sein eigenes Wort schließlich nicht mehr und brüllte die auskunftswilligen Austeller über die Tische an. Aber gut, wie sonst soll sich ein Redner auf einer Messe präsentieren. Präsentation ist eben alles.
Das gilt auch für Sie, lieber Brautausstatter: Wer viel hat, kann viel zeigen, aber viel, hilft nicht immer viel. So ging es im Brautmoden-Separee nicht weniger unentspannt zu: Nordeutschlands größter Brautmodenhersteller sorgte mit Ramschniveau keineswegs für angenehm-ruhiges Stöbern: Schweißgeruch, zerrammelte Kleider, aber immerhin: eine große Auswahl (300 Kleider). Wobei es weniger, aber dafür qualitativ hochwertiger, auch getan hätten. Zwischen zwei Ständer kümmerlich gequetscht gab es sogar für die Herren ein (im Vergleich klitzekleines) bisschen Auswahl an Anzügen – in zwei Farben – über Bügel gehangen. Was der eine zu viel hatte, fehlte dem anderen.
Die schön gedachte Atmosphäre der alten Chemiefabrik ging so immer weiter unter im zunehmenden Menschengewirr; die Suche nach Anregung und Inspiration so im Keim erstickt. Wahl mit Qual.
Dabei sah es doch anfangs so vielversprechend aus?! Die Wahl der Austeller schien gelungen. Von der Einladungskarte bis zur Hochzeitsreise – es fehlte an nichts. Das Programmheft gab ausführlichst und übersichtlich Informationen zu jedem Austeller und darüber hinaus noch allerhand Tipps zu Kostenkalkulationen, Dekoideen oder Sonstigem. Ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken und freue mich, dass die Hochzeitsmesse diesen hohen Andrang genoss, und dass damit keiner gerechnet hat, davon zeugt die Auswahl der Location. Kinderkrankheiten, so würde ich daher diese Kritik hier bezeichnen. Ich wünsche der Hochzeitsmesse für nächstes Jahr auf alle Fälle eine gute Besserung und bin mir sicher, dass sie ein noch größerer Erfolg wird – mit mehr Platz und mehr System.
home - artikel - heftarchiv - nachrichten - impressum - datenschutz
folge uns: Facebook - Twitter
Blicklicht, www.kultur-cottbus.de © 2018 Blattwerk e.V. Cottbus