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Erlebt: POLKA BEATS

von Christiane Freitag, Kultur

Die Polka. Der Legende nach hat Anna Slezák sie um 1830 in der Stadt Elbeteinitz ‚erfunden‘. Demnach hat der Tanz seinen Namen aufgrund des Halbschritts, auf Tschechisch půlka – die Hälfte. 1835 war die Polka bereits in Wien und Paris und verbreitete sich ebenso rasch über ganz Europa aus – aber eben der Legende nach.
Denn der Polkagrundschritt, also für alle die nicht so vertraut sind mit „Standardtanz“, die Abfolge von Wechselschritten, ist schon lange vor 1800 als sogenannter Hopser im deutschen Volkstanz nachweisbar. Allerdings hieß die Polka bis 1835 wohl tatsächlich půlka, bis sie, wahrscheinlich aus Mitgefühl mit den Polen (siehe Novemberaufstand) oder aber auch nach der polnischen Sängern Esmeralda in Polka umbenannt wurde, denn Polka bedeutet im Tschechischen respektive Polnischen Polin.
Typische Charakteristika der Polka sind viele Drehungen, noch mehr Hüpfer und noch fröhlichere Musik, die zu ausgelassenen bis wild-ekstatischen Stimmungen und Jubelschreien führen kann. Getanzt wird immer paarweise, ziemlich schnell und meistens im Kreis. Das dann zu bekannten Polka-Melodien, wie zum Beispiel die Sauerkrautpolka (Gus Backus, 1961), die Tritsch-Tratsch-Polka (Johan Josef Strauss, 1858) oder aber (und natürlich, was sonst) die Annemarie-Polka (Herms Niel). Kurzum: Bei der Polka geht’s ab! Schade nur, dass die Gelegenheiten eine echte, gute, wilde Polka zu tanzen so rar sind. Wie gut deswegen, dass es für alle Polkavernarrten zumindest einen regionalen, verlässlichen Termin im Jahr gibt – das Polka Beats Festival nämlich. Und das dieses Jahr schon zum fünften Mal – vom 29. bis 31 Mai in der alten Chemiefabrik. Wilde, ekstatische Polkatänzer vermisste man zwar, aber immerhin, wild getanzt wurde auf jeden Fall. Kein Wunder auch, bei der Musik. Einfach ein Rhythmus, bei dem man mit muss – oder in dem Fall, viele davon. Viele Polkabands, die weit entfernt sind von der klassischen Blaskapelle in Tracht, viele, die die Polka in die Moderne holen, die ihr neues Leben einhauchen – die Polka ist tot, es lebe die Polka, wie es das Festival ja auch selber über sich sagt.
Und obwohl ich immer noch viele Hä???-Was-für’n-Ding-s und anschließende Ahaaa!-Aaah!-Toll!!!-Wo-ist-das-nochmal?-s höre, so freut es mich zu sehen, dass sich Polka Beats mehr und mehr Beliebtheit erfreut. Tolle und außergewöhnliche Idee! Cottbus freut sich auf mehr!
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