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Gesehen: PETER PAN

Premiere 27. November 2016, Staatstheater Cottbus

von Jens Pittasch, Kultur

pictures/artikel/IMG_83534360.jpgOhhh, da leuchten nicht nur Kinderaugen, an diesem Sonntagnachmittag, dem 1. Advent, im Staatstheater.
Was das Cottbuser Ballett, äußerst hochklassig unterstützt durch Schülerinnen der Ballettschule Werhun, hier auf die Bühne zaubert, fasziniert Kinder und das Kind in jedem Erwachsenen gleichermaßen.
Kurz zuvor bereits diese schöne, besondere Aufregung und Spannung, die es nur bei Vorstellungen für Kinder gibt: „Papa, wie spät ist es?“, fragt ein kleiner Junge hinter mir. „Kurz vor Beginn.“, die nicht ganz korrekte Antwort, in die hinein das Handyklingeln aus den Lautsprechern daran erinnert, all die Smartphones nun außer Betrieb zu setzen. Ein Hinweis, den dann ausschließlich Eltern ignorieren und immer wieder ihre Kinder und das Stück fotografieren und filmen.
Es geht halt nichts über gute Vorbilder. Bei Wendy und Michael, den beiden Kindern, die eines Nachts Besuch von Peter Pan und Tinkerbell bekommen, achtet der Vater streng auf gutes Benehmen.
Und so nutzen die Kinder die Chance, Peter Pan und Tinkerbell heimlich nach Nimmerland zu folgen. Dem Land, wo Kinder nicht erwachsen werden brauchen und es keine Eltern gibt. Wo allerdings neben großen Freuden und großer Freiheit auch eine große Gefahr lauert: die Piraten um Captain Hook.
Nahezu jedes Kind kennt die Geschichte heute vor allem aus der Steven Spielberg Verfilmung (1991) mit Robin Williams und Dustin Hofmann, Julia Roberts und Gwyneth Paltrow.
Doch Vorkenntnisse sind überhaupt nicht nötig um zu verstehen, was in Cottbus allein mit den Mitteln des körperlichen Ausdruckes, in wundervollen Kostümen und toller Ausstattung erzählt wird.
Die Umsetzung des Choreographen Manuel-Joël Mandon ist einfach genial - und er hat ein Ensemble an der Hand, das all seine Ideen meisterhaft umsetzen kann. Wobei meisterhaft hier keine formellen Spitzentänze im Tutu meint, sondern umfangreiche Tanz-Kampf-Fecht-Artistik-Szenen, Hip Hop, Afro-Style oder Street Dance - vereint mit anspruchsvollen, klassischen Tänzen und Figuren. Und mit so viel Ausdruck durch ganz und gar verinnerlichte und liebevoll gestaltete Rollen bei allen Tänzern.
Die Musikauswahl trägt ihren Teil bei zu diesem großartigen Einstieg in die Welt des Theaters allgemein und die des Balletts im Besonderen. Da wird es schon mal etwas bassiger oder lassen die Charts und bekannte Filmmusiken grüßen.
Reichlich gibt es Szenenapplaus und den einen oder anderen anfeuernden Ruf oder freudigen Juchzer, jeder ist mitgerissen und vom Geschehen ganz und gar gefangen. Die Zeit verfliegt, Wendy und Michael schweben zurück in ihr Zuhause und haben nun ihr ganz persönliches Geheimnis und teilen tolle Erlebnisse mit all den Kindern im Saal.
Vielen Dank an Stefan Kulhawec (Michael), Greta Dato (Wendy), René Klötzer (Peter Pan), Denise Ruddock (Tinkerbell), Niko Ilias König (Vater/Captain Hook) und Emily Downs (Mutter) - an alle weiteren Tänzerinnen und Tänzer, an die Krokodilin - und besonders an die jungen Ballettschülerinnen und ihre tolle Ausbilderin Magdalena Werhun.


Foto: Marlies Kross
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