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Gedenken an vergangene Bombennächte

Leserbrief

von Regimekritiker Dracula, Politik

Jedes Jahr am 15. Februar missbrauchen Rechte die Erinnerung an die Bombardierung von Cottbus 1945 für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie. Eine breite Bewegung unter dem Motto „Cottbus bekennt Farbe“ stellt sich ihnen jedes Jahr entschieden entgegen. Doch bei allem Gedenken müssen wir geschichtsbewusst nach vorn schauen, denn Deutschland marschiert wieder!
Nix mit 71 Jahren Frieden! Seit dem völkerrechtwidrigen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 mischen neben Deutschen Waffen und Deutschem Geld auch Deutsche Soldaten mit in der Welt - Völkerrecht hin Grundgesetz her.
Wir verteidigen dort nur unsere westlichen Grundwerte, sagt man uns. Welche Werte? Der amerikanische Traum oder die NATO-Strategiepapiere? Die UNO-Charta und die Menschenrechtskonvention, die sogar im Grundgesetz Artikel 25 verankert sind, können es nicht sein. Letztere sind globale Werte und gehören deshalb auch nicht nur dem Westen allein, sondern allen Menschen auf dieser Erde. Aber diese Welt besteht aus mehr als nur abendländischen Kulturträgern und Terroristen. Peter Ustinow werden die Worte zugeschrieben: „Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen.“
Krieg ist Verbrechen und auch ein aufgezwungener Krieg mündet in eigenen Verbrechen, wenn man überleben will. Noch kommen unsere Opfer überwiegend unbewaffnet zu uns, schutzsuchend. Aber wie lange noch?
Und wie bei jedem Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges marschieren auch die Ewiggestrigen wieder gegen Frieden und Völkerverständigung auf. Hoppla, Ewiggestrige? Diese jungen Burschen(*Innen)? Die sind eher unsere Zukunft als von gestern! Was haben wir falsch gemacht? Haben wir sie etwa in die Hoffnungslosigkeit von Wettbewerbsverlierern getrieben und dann fahrlässig Rattenfängern überlassen?
Ja, sie sind bereits heute Opfer, morgen Werkzeug und danach wieder Opfer. Und die Werkzeugmacher wirken unermüdlich im Hintergrund weiter. Unsere Aufgabe ist es, die menschenverachtenden gefährlichen Ideologien aus ihren Köpfen herauszutreiben:
Herausprügeln, wie es einige Wenige für richtig halten oder rechtsstaatlich über V-Leute heraus"lenken"? - Nein, beides endet im Gegenteil.
Wir müssen uns der mühsamen Aufklärungsarbeit gegen Rassismus und Militarismus stellen und gleichzeitig auch sinnvolle Alternativen zu Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit bieten. Damit nehmen wir den kriminellen, nationalsozialistischen und religiösen Rattenfängern die Angriffspunkte weg.
Wer, wenn nicht wir müssen unser Grundgesetz schützen, vor allem, wenn unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zunehmend dabei versagt. Wären denn sonst so viele Eingriffe des Verfassungsgerichtes in unseren Gesetzgebungsprozess erforderlich? Mit etwas Augenzwinkern sollten wir rufen: Wir sind der Verfassungsschutz!

PS: Den Humor brauchen wir noch, weil Fundamentalisten keinen haben. Und da packen wir sie!

Disclaimer: Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
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