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30 Jahre Niederlausitzer Tertiärwald im Spreeauenpark Cottbus

von Naturwissenschaftlicher Verein der Niederlausitz e. V., Kultur

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1987 wurden in der Spreeaue nördlich des Cottbuser Tierparks, im heutigen Spreeauenpark, erste Gehölze für den Tertiärwald gepflanzt. Diese Anlage ist die Nachgestaltung einer Landschaft mit ihrer Pflanzenwelt, wie sie vor 10 Mill. Jahren am Ufer der Ur-Elbe in der Niederlausitz anzutreffen war, mit heute wachsenden verwandten Gehölzen.

Im Laufe der 30 Jahre ist daraus ein kleiner „Urwald“ entstanden, mit exotischen Eichen, mit Amberbäumen, Kuchenbäumen und vielen anderen bei uns selten anzutreffenden Gehölzarten. Besonders beeindruckend ist der Sumpfwald mit seinen Sumpfzypressen, die gegenwärtig nur noch in Nordamerika, z. B. am Mississippi ihr natürliches Vorkommen haben. Fachlich betreut wird dieses in seiner Art einmalige Arboretum der Erdgeschichte vom Naturwissenschaftlichen Verein der Niederlausitz e.V. (NVN), unter Anleitung von Ursula und Rolf Striegler, den Schöpfern dieser Anlage.

Das Jubiläum wird auf vielfältige Weise begangen. So hat z.B. der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch zum Tag des Baumes im April eine von der Firma Alpina gespendete Purpur-Erle gepflanzt. Weitere Gehölze, wie Tupelobaum, Eisenholz und Papier-Birke wurden von interessierten Cottbusern und Vereinsmitgliedern gespendet und gepflanzt.

Am 7. Oktober findet ein Kolloquium des Fachgebietes Ökologie der BTU Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit dem NVN zum Thema „30 Jahre Niederlausitzer Tertiärwald in Cottbus - Einblick in die Lebewelt der Kohlewälder“ statt.

Neben einem Beitrag von Dipl.-Geol. Ursula Striegler vom NVN: „Die miozäne Flora des Blättertons von Wischgrund und ihre Rekonstruktion im Niederlausitzer Tertiärwald“, der nicht nur den Tertiärwald selbst, sondern auch die zahlreichen Fossilfunde der Cottbuser Museumssammlungen als Quelle für die Konzeption des Tertiärwaldes vorstellt, gibt es weitere Vorträge: Dr. Ronny Rösler vom Naturkundemuseum Chemnitz „Einzigartiger Lebensraum und Archiv der Erdgeschichte - ein 291 Millionen Jahre alter Waldboden“, Dipl.-Biol. Henriette Jechorek, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz: „Die Tertiärfloren des Berzdorfer Beckens“ und Dipl.-Biol. René Grube, Cottbus: „Tertiäre Wälder: Ein vergleichender Blick auf die Südhemisphäre“

Zum 2. Teil der Veranstaltung geht es in den Spreeauenpark zu einer Führung durch den Tertiärwald, der sich im Herbst in schönster Laubfärbung präsentiert. (Anmeldung zum Kolloquium bis zum 27.9.2017, nähere Informationen über www.nvn-cottbus.de)
Anschließend wird zu der traditionellen Veranstaltung „Herbst im Tertiärwald“ eingeladen, die gegen 18.00 Uhr mit einem Lampionumzug endet.


Bild: Iris Zachow
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