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Ein Plagiat?

Ein Kommentar über Glaubensfragen und Wahrscheinlichkeiten

von der Daniel, Bildung

Dem Prokuristen von Vattenfall, Prof. Dr. Detlef Dähnert wurde vorgeworfen, bei seiner Doktorarbeit an der BTU Cottbus über technische und soziale Fragen bei der Umsiedlung plagiiert zu haben. Der Vorwurf wurde anonym veröffentlicht, verschiedene Medien berichteten und ein Kommission der Universität stellte nun fest, dass die Arbeit zwar schwere handwerkliche Mängel enthielte aber sonst frei von Plagiaten sei. Und die lokale Zeitung berichtete, oder sagen wir lieber, kommentierte, dass es eine Frechheit wäre, wie leicht Menschen heutzutage diskreditiert werden könnten – durch anonyme Vorwürfe im Internet. Ist am Ende nun alles gut?

Ach, wäre die Welt nur so einfach und es wäre nicht so offensichtlich, dass weder lokale Zeitung noch Universität ein Interesse an so etwas wie Wahrheit gehabt hätten. In überregionalen Medien wie Telepolis wird vermutet, dass das Ergebnis der (wissenschaftlichen) Kommission wohl eher eine notwendige Lösung war, weil es zu viele Verstrickungen um die Causa Dähnert gab. Vroniplag hatte immerhin 44% der 120 seitigen Doktorarbeit für Plagiate gehalten. Auf Telepolis heißt es da: „Besonders eindrucksvolle Beispiele finden sich […] auf den Seiten 28 (wo etwas Text in der Mitte der Seite geändert wurde), 35 (wo man lediglich konkrete Verweise auf das Dorf Horno tilgte), 48 (wo die eigene Leistung offenbar im Einfügen von Kommata besteht) und 104 (hier wurde eine Zahl ausgeschrieben).“ Und der zentrale Vorwurf, dass die verwendeten Daten von einer Firma stammten, die für Vattenfall arbeitete, wurde im Expertengremium scheinbar gar nicht erst behandelt.

Sicher, solche Fälle von Plagiaten sind schwierig zu behandeln, deshalb lassen Journalisten gern ihre Finger von solchen Themen. Interessant ist aber schon, dass es scheinbar verschiedene Perspektiven auf eine solche Angelegenheiten gibt – überregional wird ein „Mehltau“ von Vattenfall über der Region vermutet – regional sind die anonymen Skandalisierer moralisch schuldig.
Nun, vielleicht ist dies wirklich nur eine Frage der Perspektive oder von Glaubensfragen oder Wahrscheinlichkeiten.

PS: Da es sich um einen Kommentar handelt, kann sich der Autor ordnungsgemäße Fußnoten ersparen...der Text ist per Programm aber auf Plagiate geprüft...
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