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Erlebt: Blockupy

Frankfurt – wir kommen wieder!

von Antje von attac Cottbus, Politik

pictures/artikel/IMG_42348985.jpgZu vier widerständigen Tagen in Frankfurt am Main im Mai (16.-19.05.) hatte das Netzwerk European Resistance – bestehend aus 90 verschiedenen Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen – aufgerufen. Aus Anlass des 1. Jahrestages der Assemblees in Madrid sollte ein verschiedenstufiges Angebot von Campen (Occupieren), Blockieren und Demonstrieren rund ums Bankenviertel in Frankfurt am Main auf die undemokratische Macht der aufmerksam machen.
Eine wahre Verbotsorgie der Stadt Frankfurt für sämtliche Blockupy-Proteste, angefangen von Briefen mit Aufenthaltsverboten für alle 480 am 31.03. in Frankfurt festgestellten Personalien bis hin zum Verbot der Großdemonstration am 19.05. sorgten für einen wahren Aufruhr und einen harten Kampf aller beteiligten Rechtsanwälte, das Widerstandsrecht aller Deutschen lt. Grundgesetz Artikel 20, Absatz IV, zu verteidigen.
Dies besagt, dass wenn es einen Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung besteht, alle Deutschen das Recht auf Widerstand haben.
An dem zentralen Finanzmarkt- und Börsenhandelsplatz Frankfurt am Main wurde der Finger genau richtig in die Wunde gelegt. No Troika – gegen das Fiskalpaket und die Aushöhlung der Demokratie durch Europäische Zentralbank, IWF und EU-Kommission – die Proteste sind dank der Polizei und der Berichterstattung genau richtig angekommen. Das Subversivste, was die Protestierer dazu beigetragen haben, war, dass alles friedlich verlaufen ist.
Blockupy Frankfurt war ein voller Erfolg. Auch dank der Polizei, die bereits von allein mit einem riesigen Absperrgürtel die Banken ab 6 Uhr morgens blockiert hatte. Allen Protestlern wurde die Fratze unserer sehr wackligen Demokratie vor Augen geführt. Die beteiligten Polizisten müssen sich fragen lassen, wen sie wohl als Gemeinwohlaufgabe schützen wollen. Die Banken oder die Bürger. Nicht die Krise ist das Problem, sondern das kapitalistische Wirtschaftsystem. Deshalb Banken entmachten, Reichtum umverteilen, Schulden streichen, Demokratie erkämpfen!
Danke für die späte Ehrung (bin jetzt Mitte Vierzig) als „gewaltbereiter Autonomer“ – und ja, ich saß in einem der Busse aus Berlin, die 7 Stunden am Männertag direkter Polizeipräsenz unterlegen waren. Wie übrigens alle Insassen der Busse aus unterschiedlichsten Richtungen am Donnerstag das Aufenthaltsverbot für die Frankfurter Innenstadt bekamen. Danke für die vielen Soli-Aktionen in verschiedenen Städten wie Dresden, Berlin, Rom! Alle Verbote mussten rückgängig gemacht werden, alle vorbeugenden Gewahrsamnahmen aufgehoben werden. Beschwerden gegen den unverhältnismäßigen Polizeieinsatz werden nachgereicht.
Am Freitag haben wir gegen 9 Uhr (außerhalb unserer Platzverweiszone) die Friedensbrücke in FFM für einige Minuten blockiert. Bevor es zu einer Räumung durch die Polizei kam, haben wir uns sofort friedlich aufgelöst um an anderer Stelle unser Glück zu versuchen. Dies wurde durch einen brutale Jagd und Überwältigung einschließlich Gewahrsamnahme zunichte gemacht. Wieder um eine Erfahrung reicher!
Zur bunten, lauten, friedlichen und kreativen Demonstration kamen am Samstag 30.000 Menschen und ich wünschte, bei den nächsten „grundsätzlichen“ Krisen-Protesten kämen noch ein paar Nullen zur Anzahl dazu.
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