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Offener Brief der akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BTU Cottbus

von akademische Mitarbeiter der BTU, Bildung

Der akademische Mittelbau ist die zweitstärkste Personengruppe der BTU und das Rückgrat der universitären Forschung und Lehre. Mit knapp 600 Kolleginnen und Kollegen sind wir es, die einen Großteil der Leistungen erbringen, die – auch nach den Kriterien der Lausitz-Kommission – den Erfolg der Marke BTU ausmachen. Und dies, obwohl die BTU im Vergleich zu anderen technischen Universitäten Deutschlands nur noch eine minimale Ausstattung mit haushaltsfinanzierten akademischen Mitarbeitern besitzt.
Die Aufgaben des akademischen Mittelbaus sind vielfältig und für das Funktionieren einer Universität unverzichtbar. Neben der universitären Präsenz- und Betreuungslehre ist es der akademische Mittelbau der BTU, der einen Großteil der Forschungsleistungen wie wissenschaftliche Publikationen, Promotionen und Habilitationen, Patente sowie die Beantragung und Bearbeitung von Drittmittelprojekten erbringt. Darüber hinaus nimmt der akademische Mittelbau wichtige Funktionen im Bereich der Selbstverwaltung und seit der Bologna-Reform auch zunehmend Aufgaben der Modulkonzeption und Notenverwaltung wahr.

Diese Leistungen werden von Kolleginnen und Kollegen erbracht, die überwiegend auf befristeten, oft drittmittelgeförderten Stellen sitzen. Stelleneinsparungen sind durch die Befristung der Arbeitsverhältnisse somit sehr leicht realisierbar, so dass negative Auswirkungen der geplanten Fusions- bzw. Neugründungsbestrebungen gerade im Mittelbau der Universität zu erwarten sind. Wir befürchten konkret,
  • dass die Kosten einer Neugründung wiederholt zu Lasten von Stellen für den akademischen Mittelbau gehen. In den vergangenen Jahren haben die reduzierten Mittelzuweisungen des Ministeriums an die BTU bereits einen massiven Abbau von Mittelbaustellen bewirkt.
  • dass die Fusion von HSL und BTU im Rahmen einer Neugründung durch die höheren Lehrdeputate der FH-Professoren zu einer Streichung oder Umverteilung der noch vorhandenen Mittelbaustellen an andere Hochschulen des Landes führt.
  • dass die vielen administrativen Aufgaben im Zuge der Umstrukturierung zu einer Reduktion der Forschungsleistungen des akademischen Mittelbaus führen werden, was gerade die vom Ministerium und der Lausitz-Kommission verstärkt geforderte Forschungsaktivität und Drittmitteleinwerbung belasten wird.
  • dass durch die Fusion die eingeforderte Mitgliedschaft in der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf viele Jahre unerreichbar bleiben wird.
  • dass die reputative Marke „BTU“ verloren geht, die auch wir über viele Jahre erfolgreich aufgebaut und etabliert haben und die gerade für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Doktorandinnen und Doktoranden auf befristeten Stellen für ihre weitere Laufbahn in Wissenschaft oder Wirtschaft eine große Bedeutung hat.
  • dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des akademischen Mittelbaus, die meist mit ihren Familien in Cottbus und der Region wohnen und leben, abwandern werden und dass hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine neugegründete Universität mit unklarer Zukunft nicht mehr gewonnen werden können.

Wir fordern daher den Erhalt und die zukunftsfähige Neuausrichtung der BTU Cottbus sowie eine Stärkung des akademischen Mittelbaus zur Erreichung der Forschungsziele auf Grundlage der Empfehlungen der Lausitz-Kommission! Für die Phase der Umstrukturierung fordern wir zudem die Entbindung der BTU Cottbus vom Brandenburgischen Mittelverteilungsmodell, welches bisher zu einem massiven Abbau an Mittelbaustellen geführt hat. Auch darüber hinaus bedarf das Mittelverteilungsmodell endlich einer grundsätzlichen und bereits von vielen Seiten angemahnten Überarbeitung, um die gesamte Brandenburger Hochschullandschaft erfolgreich für die Zukunft aufzustellen.
Wir fordern weiterhin die aktive Einbeziehung der Vertreter des akademischen Mittelbaus als eigenständige Mitgliedergruppe der BTU Cottbus in die Umstrukturierungsbestrebungen. Wir erwarten, dass bei künftigen Gesprächen Vertreter des akademischen Mittelbaus eingeladen und gehört werden und gemeinsam mit den bisher vorrangig behandelten anderen universitären Gruppen Berücksichtigung finden.
Vor dem Hintergrund der eingangs verdeutlichten Notwendigkeit des akademischen Mittelbaus für die erbrachten, heutigen und zukünftigen Leistungen der BTU Cottbus müssen die hier vorgebrachten Argumente und Vorschläge in der zugesagten ergebnisoffenen Diskussion gehört und konstruktiv erörtert werden.
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