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Äffchen tanzt doch weiter

von Cornelia Meißner, Kultur

Auch in der Galerie Fango gab es in den vergangenen Monaten Momente mit Schnappatmung. Wo gewohnheitsgemäß Kunst, Musik und feiner Sandstrand für entspanntes Wohnzimmerwohlgefühl sorgen, hätte auch das Licht ausgehen können. Zum Glück bleibt diese Lieblingsbar den Cottbusern auch im 16. Jahr des Vereinsbestehens erhalten. Warum es brenzlig wurde, was das mit Lärm zu tun hatte und was sich dadurch verändert - nachfragt bei Christian Lehmann vom Vorstand des Kulturforum Cottbus e.V. Das Kulturforum Cottbus betreibt die Galerie Fango und dies zu 100% ehrenamtlich, ohne Profit und ohne öffentliche Förderung.

Wir haben gehört, dass auch die Galerie Fango in eine Situation kam, die zum Ende am Standort Amalienstraße hätte führen können. Was ist da genau abgelaufen?
Ja, die Situation war da, obwohl es jetzt schlimmer klingt... Seit Bestehen 2003 wurde immer wieder mal Kritik wegen Leuten vor der Tür oder dem Geräuschpegel durch den Barbetrieb geäußert. Wir und unser Vermieter haben darum 2012 im Rahmen eines größeren Umbaus viel Arbeit in neue Fenster, eine interne Lüftung und somit den Schallschutz investiert. Im letzten Sommer kam es allerdings zu zwei Extremsituationen mit echt vielen Besuchern. Es war super warm und so standen und saßen natürlich auch viele Leute vor der Fango. Das hat zu vermehrten Beschwerden wegen Ruhestörung beim Hauseigentümer geführt. Genau zu diesem Zeitpunkt lief unser Mietvertrag aus und die Neuverhandlungen gestalteten sich vor diesem Hintergrund schwieriger. Zum Glück haben wir einen tollen Vermieter und konnten uns letztendlich einigen.

Wie habt ihr von den Beschwerden erfahren? Haben sich die Anwohner an euch gewandt?
Nein, leider haben wir davon erst später durch unseren Vermieter erfahren. Das war schade. Es störten sich auch eher Anwohner, die etwas entfernter wohnen. Mit den Mietern in unserem Haus haben wir die Erfahrung, dass sie uns direkt ansprechen, dann können wir unmittelbar reagieren.

Mit welchen Maßnahmen habt und werdet ihr nun reagieren?
Gleich im November wurde ein Flyer in der Nachbarschaft verteilt. Darauf waren Infos zur Fango und Kontakte, damit sich jeder direkt an uns wenden kann, falls es ein Problem gibt. Außerdem überarbeiten wir noch einmal unsere Türen und achten darauf, dass keine Stühle und Sofas mehr nach draußen gestellt werden. Diese Sache hat auch mit der vorhandenen Konzession zu tun, welche das nicht vorsieht. Die Öffnungszeiten bleiben wie gehabt von Mittwoch bis Samstag ab 20 Uhr. Bei den geplanten etwa zwei Konzerten im Monat werden wir darauf achten, dass die Livemusik bis spätestens 23 Uhr beendet ist. Und ein Schild mit der Bitte um Rücksicht auf die Anwohner soll auch helfen.

Ist das Äffchen jetzt von Eis?
Ich hoffe ja.

Hättet ihr euch in dieser oder in anderen Situationen auch mal ein bisschen Unterstützung, z.B. von der Stadt gewünscht?
Ja, Unterstützung ist immer gut, ist ja gleichzeitig auch Anerkennung für eine Leistung. Mit dem Bauordnungs- und dem Umweltamt arbeiten wir gut zusammen. Aber ein fester Ansprechpartner in der Stadt... hm... fällt mir jetzt nicht direkt ein, wäre aber eine gute Idee.

Ein Fango-Aus hätte ein Loch in die Kulturszene von Cottbus gerissen. Wie wichtig sind deiner Meinung nach unsere Clubs und Galerien?
Na, es ging ja mehr um den Standort und die Frage, ob und wie wir einen Neuanfang mit unseren Ressourcen als ehrenamtlicher Verein hätten packen können. Aber wohin will man gehen? Überall wohnen Menschen. Und ja, wir brauchen die Kulturstandorte in der Stadt. Wir wollen eine Großstadt sein, eine Universitätsstadt, dann können nicht um 20 Uhr die Bürgersteige hochklappen. Ich denke, in so eine Stadt wie Cottbus gehört bei aller Rücksichtnahme auf die Anwohner auch ein bisschen Lebendigkeit, Subkultur, Lachen und natürlich Musik.
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