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Es geht nicht fair zu in der Politik

Ein Gespräch mit Sebastian Merbold von der Initiative Aufstehen

von Bernd Müller, Politik

Von der Bewegung Aufstehen hat man in den Medien schon einiges gehört. Jetzt gibt es auch in Cottbus eine Gruppe. Seit wann? Vielleicht beschreibst Du sie kurz.

Die Bewegung Aufstehen wurde am 04. September mit einer Pressekonferenz bundesweit gestartet. Dies war ein Auftakt, der viele Menschen dazu bewegt hat, sich zum Mitmachen anzumelden. Derzeit haben sich 175.000 Menschen auf der Website www.aufstehen.de zum Mitmachen registriert. Auch viele Menschen aus Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße sind dabei. Am 26.09.2018 traf sich unsere Gruppe dann zum ersten Stammtisch in Cottbus. Seitdem setzen wir unsere Treffen jede zweite Woche fort, wobei die Teilnehmerzahlen stetig wachsen. Die Gruppe ist bunt gemischt und kommt aus der Bevölkerung der Stadt Cottbus und des Landkreises Spree-Neiße. Unsere erste Kundgebung fand am 12.11.18, gemeinsam mit der Friedenskoordination Cottbus vor der Stadthalle statt unter dem Titel „Würde statt Waffen“

Aufstehen soll ja eine Sammelbewegung sein. Hier hat man aber den Eindruck, dass Viele nichts mehr mit Politik zu tun haben wollen. Wie wollt ihr sie erreichen? Was wollt ihr tun, um die Menschen einzusammeln?

Es geht nicht fair zu in der Politik. Ich denke, dass die Menschen sehr wohl etwas mit Politik zu tun haben wollen. Sie sind allerdings mit der Politik, die sie wählen können, unzufrieden. Im Gründungsaufruf von Aufstehen ist gut zusammengefasst: „Profit triumphiert über Gemeinwohl, Gewalt über Völkerrecht, Geld über Demokratie, Verschleiß über umweltbewusstes Wirtschaften“. Die Menschen fühlen sich ohnmächtig gegen die Macht von Wenigen. Aufstehen will die Menschen bewegen, für eine neue Politik zu kämpfen, die demokratisch für die Belange aller Bürger einsteht - für sozialen Zusammenhalt, Gerechtigkeit, Frieden und den Erhalt unserer Natur.

„Würde statt Waffen“ ist eine Aktion von Aufstehen. Ihr habt mit der Friedenskoordination Cottbus eine Kundgebung vor der Stadthalle abgehalten. Kannst Du dazu etwas zu der Aktion sagen?

Aufstehen hat in diesem November die erste Kampagne zum Thema Frieden genutzt unter dem Titel „Würde statt Waffen“. Grund ist das breite Aussprechen der Menschen von Aufstehen für den Frieden, aber auch die Tatsache, dass der Bundeshaushalt derzeit beschlossen werden soll. Dabei soll der Wehretat um 4.38 Milliarden Euro auf 42.9 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt werden, und die Steigerungen sollen nach dem Willen unserer derzeitigen Regierung bis 2024 auf 85 Milliarden steigen, um das Zwei-Prozent-Ziel der NATO zu erreichen. Während bei Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Rente, sozialer Absicherung und vielen anderen Bereichen Mangel besteht, werden Milliarden in Rüstung gesteckt. Dazu wird genehmigt, Waffen in alle Welt zu exportieren – die erzeugen Leid, welches Menschen zur Flucht zwingt.
Auch die Teilnehmer unserer Treffen in Cottbus haben in einer Abstimmung gezeigt, dass das Thema Frieden ihnen am wichtigsten ist. Deshalb hatten wir uns Anfang November dazu entschlossen mit der Friedenskoordination Cottbus gemeinsam am 12.11. für „Würde statt Waffen“ aufzustehen.

Aufstehen ist noch eine recht junge Bewegung. Wie kann man sich hier in Cottbus einbringen?

Cottbus hat bereits viele tolle Initiativen, die sich für eine liberale und egalitäre Gesellschaft, für Frieden, Naturschutz, für Demokratie und gegen Rassismus einsetzen. Wir wollen keine Konkurrenz zu ihnen bilden, wir möchten nicht nur Menschen, sondern auch Initiativen verbinden. Am 21.11. war Aufstehen Cottbus und Spree-Neiße zum Beispiel zu Gast bei „UNISONO – Cottbus gemeinsam bewegen“.

Um sich mit uns zu vernetzen, kann sich jeder auf www.aufstehen.de anmelden, zu unseren Treffen laden wir per E-mail ein und man bekommt Informationen, was bundesweit bei Aufstehen passiert. Ort und Zeit unserer zweiwöchigen Treffen sind auch auf www.aufstehen.de/brandenburg zu finden und auch bei Facebook ist Aufstehen Brandenburg sowie Cottbus und Spree-Neiße zu finden.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.
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