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Billige Nahrung – teuer erkauft

Dokumentation: BAUER UNSER

von bm, Film

BAUER UNSER zeigt, wie es auf Bauernhöfen zugeht. Regisseur Robert Schabus bleibt in seiner Dokumentation vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauer bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So kann und wird es nicht weitergehen. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.
Produzent Helmut Grasser hatte vor dem Film gedacht, die Zeit der Großgrundbesitzer in der Landwirtschaft sei vorbei. Er musste feststellen, dass er sich irrte: Die Zahl der Großgrundbesitzer wächst, die kleineren und mittleren Bauern müssen aufgeben. Neu ist dieser Trend zwar nicht (seit Karl Marx fand man ihn immer wieder bestätigt), vor seinen bisweilen tödlichen Folgen verschließt man oft genug die Augen. Allein in Frankreich nehmen sich pro Jahr etwa 600 Landwirte das Leben, weil sie dabei sind, alles zu verlieren. Bauer ist dort die Berufsgruppe mit der höchsten Selbstmordrate.
Kapitalismus und Globalisierung sind es vor allem, die den Bauern die Existenz schwermachen. In der Masthaltung eines Schweines zahlt der Bauer mittlerweile 9 Euro aus eigener Tasche, um es überhaupt produzieren zu können. Die Tiere fressen Soja, das in Lateinamerika und Afrika in großem Stil angebaut wird, damit bei uns 1kg Schweinefleisch billig verkauft werden kann.
Und wer glaubt, durch bewussten Konsum etwas verändern zu können, der täuscht sich, meint Grasser. Der Konsument habe aber fast gar nichts zu sagen. „Es gehört zur neoliberalen Weltordnung, dem einzelnen Menschen Verantwortung für etwas aufzuerlegen, was er/sie gar nicht ändern kann“, so Grasser.
BAUER UNSER ist ein sehenswerter und spannender Film, in dem deutlich wird, wie Politik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. (bm)
Regie: Robert Schabus
Produzent: Helmut Grasser
Land: Österreich/Belgien/Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Dokumentation
Der Film ist auf DVD, Blu-ray und Video-on-Demand erhältlich.
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