Home Artikel Nachrichten Heft Suche Termine

Film-Tipp: Jazztrompeter im Rausch

BORN TO BE BLUE

von Bernd Müller, Film

BORN TO BE BLUE erzählt von einem Wendepunkt im Leben des legendären Jazz-Trompeters Chet Baker (Ethan Hawke). Nach einem kometenhaften Aufstieg in den 1950er Jahren, gefeiert als der „James Dean of Jazz“ und „King of Cool“, war Baker schon zehn Jahre später am Ende. Zerrissen von seinen inneren Dämonen und den Exzessen des Musikerlebens, begegnet er einer Frau, mit der wieder alles möglich scheint.
BORN TO BE BLUE ist eine eindrucksvolle Comeback-Story und eine Liebeserklärung an einen der begnadetsten Musiker der Welt. Als Jazz-Ikone Chet Baker liefert Ethan Hawke (Oscar-nominiert für TRAINING DAY und BOYHOOD) eine schauspielerische Leistung, die zu der Besten seiner Karriere gehört. Als die Frau, die Chet Baker wieder zur Höchstform inspirierte, brilliert die britische Schauspielerin Carmen Ejogo (SELMA).
Chet Baker wurde am 23. Dezember 1929 im kleinen Städtchen Yale in Oklahoma geboren. Sein Vater war professioneller Gitarrist, und seine Mutter spielte Klavier. Er selbst spielte schon als Kind Posaune und später Trompete. In den fünfziger Jahren begann Bakers professionelle Musikkarriere in Los Angeles, wo er zunächst für einige Konzerte in der Band von Charlie Parker spielte. Später feierte er erste Erfolge als Mitglied des Gerry Mulligan Quartett, und nach dessen Ende gründete er das Chet Baker Quartett, das mehrere erfolgreiche Alben veröffentlichte. Mehrfach wählten ihn die Leser der Magazine Down Beat und Metronome zum Besten Trompeter, noch vor Miles Davis.
Es ist das Jahr 1966, und für Chet Baker kann es nicht weiter abwärtsgehen. Der Mann, der als bester Jazz-Trompeter der Welt gilt, bekommt weder sein Leben noch seine Drogensucht in den Griff. Immerhin will man noch mit ihm einen Film über sein bewegtes Leben drehen – mit ihm selbst in der Hauptrolle. Chet findet Gefallen an der Arbeit als Schauspieler, was nicht zuletzt an seiner Kollegin Jane (Carmen Ejogo) liegt. Beim Bowlen kommen sie sich näher, doch am selben Abend holt ihn seine Junkie-Vergangenheit ein: vor der Bowlinghalle lauert ihm sein früherer Dealer auf und prügelt den Musiker gemeinsam mit zwei Handlangern krankenhausreif.
Es folgt ein jähes Erwachen im Krankenhaus: Nach dem Überfall muss ihm eine Zahnprothese eingesetzt werden, und es scheint ausgeschlossen, dass er mit ihr je wieder Trompete spielen kann. Gemeinsam mit Jane bemüht sich Chet dennoch, aller Verzweiflung und Schmerzen zum Trotz Stück für Stück zurück ins Leben zu finden.
Die Musik lässt ihn nicht los, immer wieder greift er zur Trompete und versucht ganz langsam, seinen Kiefer wieder an das Instrument zu gewöhnen und die Schmerzen zu überwinden. Zurück in Los Angeles wagt sich Chet in einer Pizzeria mit sonntäglichen Jazz-Konzerten wieder auf die Bühne, doch es ist noch ein weiter Weg bis zur alten musikalischen Form.
Der Film erzählt nicht nur von der Person Chet Baker sondern auch von der Zeit. „Jazz ist eine der wenigen amerikanischen Kunstformen, und ohne ihn hätte es keinen Rock’n’Roll gegeben. Und natürlich ist die Geschichte des Jazz auch eine des Rassismus“ sagte Regisseur Budreau.
Zum Film
Der Film läuft seit dem 8. Juni 2017 in deutschen Kinos und ist als DVD erhältlich.

Bei Amazon kaufen

Hinweis: kultur-cottbus.de benutzt Amazon Affiliate Links. Eine Bestellung über einen solchen Link bringt euch keine Nachteile, der Blattwerk e.V. wird aber mit einen geringen Prozentsatz am Umsatz beteiligt.
home - artikel - heftarchiv - nachrichten - impressum - datenschutz
folge uns: Facebook - Twitter
Blicklicht, www.kultur-cottbus.de © 2018 Blattwerk e.V. Cottbus