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Blown Away

Eine Begegnung mit der Freiheit und Freundschaft der besonderen Art

von René Kubasch, Film

„Für das Reisen gibt es keinen Ersatz. Zu Hause sind andere die Fremden, unterwegs sind wir es selbst“ Stephan Thome. Ein Zitat was nicht passender sein. Nicht nur im Sommer, wie es aktuell der Fall ist, sollten Menschen reisen. Zu entdecken gibt es zu jederzeit etwas. Seien es andere Menschen, Kontinente, Städte oder auch verschiedene Kulturen. Eplizit bedeutet dies, dass man nicht wie ein normaler Tourist agieren sollte, der sich nur am Strand sonnt oder wilde Parties feiert. Reisen bedeutet auch immer etwas neues zu entdecken und sich persönlich zu verändert. Die Eindrücke die man dabei mitnimmt, sind nicht nur Erinnerungen, sondern auch ein umfangreicher Schatz, der einem nicht mehr zu nehmen ist. Dieser Schatz kann u.a. neue Netzwerke mit Menschen bedeuten, die nicht tagtäglich im eigenen Umfeld agieren. Viel mehr kann es ein kultureller Austausch sein, von dem beide Seite etwas haben. Reisen bedeutet auch zufrieden sein und offen für neues zu sein. Wer letzteres geschafft hat, wird unglaubliche Entdeckungen machen und einen großen Erfahrungsschatz gewinnen. Manchmal wird sowas als erfundener Stoff in Filmen umgesetzt, aber auch als Sammlung für einen echten Dokumentarfiln genutzt, wie uns der folgende Text zeigt.

Es vergingen 4 Jahre, als die sympathischen Protagonisten Hannes Koch, Ben Schaschek und Leah Cowen, Singer/Songwriter aus Chicago, USA eine mit zurückgelegten 75.000 Kilometern lange Reise unternahmen. Mit 31 Ländern und 130 Songs war dabei ein abwechslungsreiches Spektrum geboten. Mit der Kinotour zum Musikfilm BLOWN AWAY – Music, Miles and Magic von Micha Schulze wurde auch in Cottbus halt gemacht. Der Film, der schon seine große Weltpremiere gefeiert hat, wurde am Abend des 15. Juni 2019 dem Publikum im wunderbaren Innenstadtkino Weltspiegel gezeigt. Als Gäste waren Hannes Koch und Ben Schaschek anwesend, die im Anschluss des Films interessante als auch witzige Einblicke in das „Große Abenteuer“ gegeben haben. Danach folgte ein musikalischer Auftritt auf der Dachterrasse, dem auch Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Leah Shoshanah beiwohnte. Leah stammt aus Chicago und wurde dort während der Reise von Hannes und Ben entdeckt und mitgenommen. Die drei Protagonisten zeigten sich vom Cottbuser Publikum begeistert und sind auch vom Weltspiegel Cottbus selbst zu jederzeit herzlich Willkommen.

Authentisch und inspirierend ist der Film nicht nur in Anbetracht der vierjährigen Reise. Hannes und Ben lernten fremde Kulturen mit der Offenheit der dort lebenden Menschen kennen, die ebenfalls die Leidenschaft für Musik teilen und dabei auch selbst aktiv sind und Songs für die beiden Reisenden einspielten, die am Ende eine Trackliste von 130 Songs aufzeigte. 225 MusikerInnen aus 31 Ländern hatten sich zu dem Beitrag bereit erklärt. Die Reise wurde fast ohne Geld absolviert und fand mit dem Bus als auch mit dem Segelboot Marianne ab. Der Name des Bootes ist eine Anspielung auf dem Film „Drei Mann in einem Boot“ (1961) mit Heinz Erhardt. Hannes Koch gab folgendes in einer Pressemitteilung bekannt: „Wir glauben, dass wir mit unserem Film Menschen inspirieren können, sich auf das Unbekannte einzulassen – sich selbst und anderen zu vertrauen – das haben wir auch getan und sind als andere Menschen zurückgekehrt…“. Worte die zeigen, dass die Musik schon lange Menschen auf magische Weise miteinander verbinden kann.

Weitere Termine zur Kinotour mit den jeweiligen Special Guests können der Homepage blownaway-movie.de/kinotour/ entnommen werden. Eine ausführliche Filmkritik und ein Interwiew mit Hannes und Ben wird es spätestens anfang Juli auf www.11ersfilmkritiken.com geben. Wer sich über die Songs informieren möchte, wird auf sailingconductors.com oder auf blownaway-movie.de/soundtrack/ fündig.

Lass uns abhauen – Den Sinn des Lebens erforschen

Bei der Veranstaltung als auch im Film zu „Lass uns abhauen“ (2018) im Obenkino Cottbus ging es weniger musikalisch, aber auch inspirierend zu. Die junge Regisseurin Isa Micklitza lässt im Film ihre Protagonisten ins Ungewisse entkommen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Regisseur Erik Schiesko, der in der Vergangenheit mit Micklitza vor als auch hinter der Kamera zusammengearbeitet hat. Das Gespräch nach dem Film war nicht nur ein Einblick in die Vergangenheit, sondern zeigte auch die schwierige Produktion von LASS UNS ABHAUEN. Das Filmteam bestand aus sechs Crewmitgliedern und nicht selten war es von Spontanitäten geprägt. Szenen mussten improvisiert werden, da sie planungsmäßig nicht immer den gewünschten Effekt erzielten. Letztendlich entstand ein abendfüllender Film, der auch die Zuschauer mit auf eine Reise nimmt, die nicht nur von Lebensfrohsinn und Anrührigkeit geprägt ist. Der Sinn des Lebens rückt für beide Protagonisten in den Mittelpunkt des Geschehens.

In München studierte Micklitza Regie und gab beim 28. Filmfestival Cottbus im Jahr 2018 mit LASS UNS ABHAUEN ihren Spielfilmdebüt. Im Januar 2019 wurde der Film zweimal in der Cottbuser Partnerstadt Saarbrücken beim Filmfestival Max Ophüls Preis gezeigt, was das Partnerfestival des Cottbuser Filmfestivals ist.

Foto: ©Jackhead Verleih/Produktion
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