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Ein Volk im Widerstand

Schamberger, Meyen: Die Kurden. Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion

von Bernardo Cantz, Buch

Der Krieg gegen Syrien hat ein Volk im Mittleren Osten wieder in ganz besonderer Weise in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt: Die Kurden. Unterstützt von den USA haben sie Syrien, östlich des Euphrats von den Islamisten des IS, des genannten Islamischen Staates, befreit.
Ihr Erfolg hat die Türkei auf den Plan gerufen. Wie aus den Medien hinlänglich bekannt ist, kämpft die türkische Armee gegen die Kurden, um deren Streben nach einem eigenen Staat zu unterbinden. Die kurdischen Siedlungsgebiete erstrecken sich nämlich nicht nur auf Syrien, Irak und Iran, sondern umfassen auch einen großen Teil des türkischen Staatsgebietes. Seit vielen Jahren tobt dort ein Krieg des türkischen Staates gegen die Kurden, mal eher versteckt, mal ganz offen.
Die politische Linke hierzulande hat seit einigen Jahren wieder ein stärkeres Interesse an den Kurden gefunden. Insbesondere die demokratische Selbstverwaltung in Rojava im Norden Syriens ist hierbei zum Symbol eines emanzipatorischen, linken Projektes geworden, dem linke Bewegungen weltweit ihre Solidarität aussprechen. Manche Linke haben sich in den letzten Jahren auch entschlossen, diese Selbstverwaltung mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Ihre Namen sind oft erst der Öffentlichkeit bekannt geworden, als sie für die kurdische Sache mit dem Leben bezahlt haben.
In Deutschland sind die Kurden ebenfalls ein Politikum. Die Kurdische Arbeiterpartei PKK wird hier als Terrororganisation geführt, weil sie die Kurden im Kampf für ihre nationale Selbständigkeit in der Türkei anführt. Gelten die Organisationen der syrischen Kurden zwar offiziell als Verbündete des Westens, wird das Zeigen ihrer Fahnen in Deutschland mit Strafen bedroht.
Einer von denen, die deshalb des Öfteren Post von der Staatsanwaltschaft bekommen, ist Kerem Schamberger. Der Deutschtürke, Kommunikationswissenschaftler an der Münchner Universität, engagiert sich seit Jahren für die kurdische Sache. In den sozialen Medien berichtet er von den Ereignissen in der Türkei, wie der türkische Staat die Kurden unterdrückt und gegen ihre demokratischen Parteien vorgeht.
In den letzten Jahren hat er mehrere Reisen in die Region unternommen, und seine Erlebnisse und viele Hintergrundinformationen hat er gemeinsam mit Michael Meyen in dem Buch „Die Kurden. Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion“ zusammengefasst.
Die Kurden seien mit 30 Millionen Menschen das größte staatenlose Volk, schreiben die beiden. Und es leidet darunter, dass die Westmächte den Nahen und Mittleren Osten nach dem Ersten Weltkrieg nach ihren eigenen Interessen zugeschnitten haben. Denn die Nachfolgestaaten in der Region hätten seitdem alles unternommen, damit die kurdische „Sprache, Kultur und Identität verschwinden.“
Es ist ein interessantes Buch, das die Konflikte in dieser Weltgegend verständlicher werden lässt.
Schamberger, Meyen (2018):
„Die Kurden. Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion“

Frankfurt / Main: Westend Verlag
240 Seiten, Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-86489-207-3
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