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Eine Reise durch Kuba

Landolf Scherzer: Buenos Días, Kuba. Reise durch ein Land im Umbruch

von bm/pm, Buch

Landolf Scherzer hat bei Reisen den Zufall auf seiner Seite. Am 24. September 2016 – einen Tag vor dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro – kommt er in der kubanischen Hauptstadt Havanna an.
Sechs Wochen lang wohnt er am größten karibischen Friedhof, dem Cementario Colon. Im Gepäck hat er einen Scheck über 30.000 Euro. Das Geld hatten Mitglieder und Freunde des deutschen Solidaritätsvereins KarEn gespendet. Der Hurrikan „Matthew“ hatte zuvor Wohnhäuser, Fabriken und Ställe zerstört. Mit dem Geld sollten sie wieder aufgebaut werden. Außerdem dabei hat er noch einige andere Briefe und fleischlose Wurst, die er in Havanna übergeben soll.
Er hatte angenommen, dass es schnell gehen würde, alle Briefe zuzustellen. Doch damit lag er falsch. In den kommenden sechs Wochen erlebt Scherzer nicht nur die Trauerfeierlichkeiten zu Ehren Fidel Castros, sondern auch sechs Wochen lang kubanischen Alltag abseits der Urlauberrouten und Hotelkomplexe.
Als falsch stellten sich auch die zahllosen Ratschläge von Kuba-Experten in verschiedenen Reiseführern heraus. „Sie schrieben, dass sich die Kubaner trotz des Mangels im Land immer akkurat kleiden. Bei privaten Verabredungen und offiziellen Begegnungen würden sie nur lange Hosen und Hemden tragen. [...] Außerdem wird in einem aktuellen Reiseführer behauptet, dass Männer in Kuba keine Sandalen anziehen. Sandalen wären ein Zeichen für Homosexualität, und Homosexuelle würden nach wie vor ausgegrenzt.“
Wer in Kuba viel fragt, dem wird wenig erlaubt, lernt Scherzer schon am ersten Tag in Havanna. Also macht er es bei seinen Recherchen wie die Kubaner, er geht Umwege und improvisiert. Jede Busfahrt, jeder Einkauf, jeder Spaziergang beschert ihm überraschende Begegnungen und Lebensberichte. Er bewundert, wie unkonventionell die Kubaner den problematischen Alltag meistern und wie ungebrochen der Stolz auf die Revolution und ihre Errungenschaften ist.
Das Buch beschreibt die Stimmung auf Kuba auf wunderbar leichte Weise. Scherzer gelingt es durch das Beschreiben seiner Begegnungen, darzustellen, was die Kubaner bewegt, warum die Menschen ihren „Comandante Fidel Castro noch immer verehren und warum sie ihr Land lieben. Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, Kuba abseits der Touristenorte zu besuchen, dem wird sicherlich Vieles begegnet sein, was Scherzer in seinem Buch beschreibt.
Der Autor behandelt in seinem Buch Licht- und Schattenseiten des Landes. Es kommen auch die Menschen zu Wort, die mit der Situation in Kuba nicht einverstanden sind. Es entsteht ein Bild dieses Landes, das einprägsam und sensibel ist. Er bringt es auf die einfache Formel: „Der gefährlichste Feind des kubanischen Sozialismus ist der kubanische Alltag. Der beste Freund ist der Stolz der Kubaner auf ihr Land“.
Landolf Scherzer (2018)
„Buenos Días, Kuba. Reise durch ein Land im Umbruch“

Berlin: Aufbau Verlag, 367 Seiten
Preis: 22,- Euro
ISBN: 978-3-351-03713-0
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