Home Artikel Nachrichten Heft Suche Termine

Wenn die Jugend die Welt verändern will

Eine Welt zu gewinnen. Marx, der Kapitalismus von heute und was wir tun können

von Bernd Müller, Buch

Nicht schon wieder ein Buch über Karl Marx, werden Sie, die Blicklicht-Leser jetzt vielleicht denken. Im letzten Jahr wurden doch ausreichend vorgestellt. Sie können beruhigt sein. „Eine Welt zu gewinnen“ ist kein Buch über Marx, das über sein Leben und Wirken berichten würde. Es ist ein Buch, das auf ihn Bezug nimmt. Und bei diesem großen, wirkmächtigen Denker, kann es leicht passieren, dass sich auch heute noch jemand mit ihm beschäftigt.

Dietmar Dath zum Beispiel, Buchautor und Feuilleton-Redakteur bei der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich war noch keine fünfzehn Jahre alt“, schreibt er in seinem Vorwort, „als ich das erste Mal vor einer Wand voller Bücher stand, die alle in irgendeiner Richtung gegen das Unrecht argumentierten, darüber schimpften, daran herumdachten.“ Ihm sei in dem Moment deutlich geworden, dass es viele Theorien über den richtigen Weg zu einem Leben gebe, „in dem niemand mehr ausgeschlossen, eingesperrt, ausgebeutet oder unterdrückt wird“.

Marx hat ihn angesprochen: „Er glaubte weder, dass der Grund fürs Unrecht ein unerklärliches Urböses in den Menschen sei, noch ging er davon aus, die Gründe fürs Unrecht könne man einfach ignorieren, wenn man das bessere Leben will“. Stattdessen habe er die Frage nach dem Unrecht wie auch die Frage nach den Wegen aus diesem Unrecht als historische Probleme angesehen und habe Ursachen untersucht, warum der Mensch sich die Welt so eingerichtet hat, wie sie sich ihm zeigte.

So viel zu Marx und dabei will ich es belassen. Das Buch ist ein Sammelband, hat mehrere Autoren und handelt von verschiedenen Themen. Marx hat sie nur alle in der einen oder anderen Weise beeinflusst.

Es schreibt zum Beispiel Werner Seppmann, Sozialwissenschaftler, und sein Thema ist die Jugendarmut. Darin sieht er einen „zivilisatorischen Skandal“. Paul Rodermund, Neurowissenschaftler, schreibt über unser Bildungssystem. Er fragt, ob Bildung heutzutage ein Menschenrecht ist oder doch eher als ein Privileg zu verstehen ist. Eine berechtigte Frage, ist es doch amtlich, dass in Deutschland wie in kaum einem anderen Land der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängt. Arme Schüler werden dreimal seltener auf ein Gymnasium geschickt als Kinder, deren Eltern ein dickeres Portemonnaie haben. Und das bei gleichen Leistungen. Schülern, die nur einen Hauptschulabschluss schaffen, denen sind rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze prinzipiell verschlossen.

Weitere Themen des Buch: Weshalb kann der Kapitalismus die Erde nicht vor dem Kollaps bewahren? Welche Rolle spielt die Bundesrepublik in der Welt? Was können junge Menschen tun, um etwas zu verändern?
Lena Kreymann / Paul Rodermund (2018):
Eine Welt zu gewinnen.
Marx, der Kapitalismus von heute und was wir tun können

Köln: Papyrossa Verlag
231 Seiten mit 17 s/w-Kartoons
ISBN 978-3-89438-674-0
Bei Amazon kaufen

Hinweis: kultur-cottbus.de benutzt Amazon Affiliate Links. Eine Bestellung über einen solchen Link bringt euch keine Nachteile, der Blattwerk e.V. wird aber mit einen geringen Prozentsatz am Umsatz beteiligt.
home - artikel - heftarchiv - nachrichten - impressum - datenschutz
folge uns: Facebook - Twitter
Blicklicht, www.kultur-cottbus.de © 2018 Blattwerk e.V. Cottbus