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Thomas E. Goes: Klassen im Kampf. Vorschläge für eine populare Linke

Zurück zur Klassenpolitik

von bc, Buch

Die linke Bewegung diskutiert, wie sie wieder aus der Lethargie herauskommt und zu neuer Stärke findet. Jahrelang hatte sie sich vom Marxismus abgegrenzt und sich in den Fußstapfen des Anarchismus bewegt, oftmals propagierte sie auch nur bürgerliche Konzepte – mit sozialem Kolorit. Doch eine Trendwende zeichnet sich ab: Ohne marxistische Konzepte irrt die linke Bewegung nur blind und taub umher.
Thomas E. Goes hat Anfang des Jahres sein Buch „Klassen im Kampf. Vorschläge für eine populare Linke“ vorgestellt. Seiner Meinung nach muss die deutsche Linke eine neue Klassenpolitik entwickeln, um die extreme Rechte schlagen zu können. Ihm geht es um die Schaffung einer breiten und starken linken Bewegung, die sich wieder in die Lage versetzen kann, die Gesellschaft zu verändern.
Freudig konstatiert er, dass in der linken Debatte erkannt wurde, ohne Klassenpolitik geht es nicht. Doch: Wie unter Linken nicht anders zu erwarten, gibt es zahlreiche – mitunter sich diametral gegenüberstehende – Ansätze, wie eine neue Klassenpolitik aussehen könnte. Positiv hervorzuheben ist, dass Goes für seine Argumentation die Werke von Karl Marx und Friedrich Engels wiederentdeckt hat und deren Positionen in den Debattenring wirft. Damit gewinnt die Debatte ohne Frage an Qualität, markiert das doch den Übergang von einem bloßen Wiedergeben von anarchistischen, quasi-religiösen Dogmen hin zu einer wissenschaftsgeleiteten Diskussion.
Wenn man von Klassenpolitik spricht, dann setzt das ein Verständnis voraus, was unter „Klasse“ zu verstehen ist. Konkret gefragt: Zählen beispielsweise zur Arbeiterklasse nur die Industriearbeiter oder zählen dazu auch die Angestellten und die Menschen in Dienstleistungsberufen? Oder zählen zu ihr nur die prekär Beschäftigten, die zum Beispiel für den Mindestlohn im Vier-Schichtbetrieb an einer Tankstelle schuften? Für Goes sind diese beiden Vorstellungen verengt, politisch verheerend und sie machen es unmöglich, den Kapitalismus zu überwinden. Erst die marxistische Klassenanalyse ist dazu in der Lage, wie er zeigen kann.
Interessant an seinen Ausführungen ist auch, dass er dafür eintritt, in der Linken verpönte Begriffe wie „das Volk“ für die eigene Bewegung zurückzugewinnen. Bislang lehnten es weite Teile der deutschen Linken ab, diesen Begriff in der politischen Arbeit zu nutzen, herrscht unter ihnen doch große Angst vor der deutschen Geschichte. Goes analysiert und zeigt, welche gesellschaftlichen Klassen und Schichten für ihn „das Volk“ ausmachen und dass die Arbeiterklasse es im Kampf gegen Kapitalismus, Unterdrückung und Krieg anführen kann.
Thomas E. Goes (2019): „Klassen im Kampf. Vorschläge für eine populare Linke“
Köln: PapyRossa Verlag, 182 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-89438-690-0
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