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Konzept Familienhaus

Da machen selbst Berliner Augen...

von Cornelia Meißner, Cottbus

„Bunt, engagiert, multikulti und alles unter einem Dach!“ Wenn Berliner Kolleg*innen zu Besuch ins Familienhaus kommen, machen sie meist große Augen. Das Projekt ist eine über Stadtgrenzen hinweg bekannte Cottbuser Erfolgsgeschichte. Nicht nur die Gestaltung des Areals, der historischen und neuen Gebäude, lässt Begeisterung entstehen. Es ist vielmehr das besondere Konzept, dass „das Ganze“ zentriert und dem Leitgedanken „Familien stärken“ konsequent folgt.

Mitten im Grünen, am Sandower Ende des Puschkinparks, steht das Familienhaus. Es öffnet sich halbrund gen Park, zäunt sich dabei nicht ab, sondern fordert mit der zentralen, einladenden Treppe zum Eintreten auf. Schon seit 1895 begegnen sich an dieser Stelle Menschen; zuerst im Ausflugs- und Tanzlokal „Utz“, dann im „Haus der Pioniere“. Ab 1989 ging es dem historischen Gebäudekomplex erst einmal schlecht bis der Verein Jugendhilfe Cottbus e.V. die Verantwortung übernahm; 2007 dann Start der Bauarbeiten, sieben Jahre später folgt im April 2014 die feierliche Eröffnung. Seither bietet der Verein auf dem Gelände ein Rundumpaket für die ganze Familie: mit der Kita (seit 2013), den Bereichen der offenen Kinder- und Jugendarbeit (neuer Name: PARKX), den Kreativ- und Sportangeboten, mit einem großen Saal und Flächen für Vereinsarbeit (auch externe), mit dem Eltern-Kind-Treff und dem Café Käthe sowie den sozialpädagogischen Angeboten (Streetwork, Erziehungs- und Familienberatung, ambulante Familienhilfe).

Ist doch tollster Cottbus-Familien-Tourismus!

Helga Franken aus dem Eltern-Kind-Treff, gehört zum Team in der „Offenen Arbeit“. Für sie ist das Besondere am Familienhaus das umfassende Konzept: „Stell Dir vor, Du bummelst mit der ganzen Familie durch den Puschkinpark zum Postkutschen-Spielplatz oder zum Wasserspielplatz. Auf dem Innenhof und im Familienhaus gibt es Bastel- oder Sportangebote. Wer mag, schraubt in der Fahrradwerkstatt. Kaffee und Kuchen bieten die Ehrenamtlichen im Café Käthe. Du kannst die Infrastruktur, z.B. Hände waschen, nutzen... Ist doch tollster Cottbus-Familien-Tourismus! Der Opa sitzt am Spielplatz und passt auf die Enkelchen auf, die Mutter knetet mit einem Kind und der Vater spielt Ball mit dem Anderen, während die Oma Kuchen isst. Du kannst den ganzen Tag hier verbringen und hast mit den Fachkräften und Ehrenamtlichen jederzeit kompetente Ansprechpartner*innen. Und natürlich lernst Du auch viele andere Menschen kennen. Das Familienhaus ist wie eine Oase in der hektischen Zeit, ein Ort, an dem die Menschen im Mittelpunkt stehen.“

Dienstag bis Samstag ist das Haus geöffnet. Viele Sandower und Cottbus-Mitte-Familien nutzen den Ort nahezu täglich zwischen 9 und 18 Uhr. Seit der Eröffnung hat sich das ehemalige Tanzlokal und Pionierhaus erneut als fester Meetingpoint in der Stadt verankert. Im letzten Jahr zählten sie allein im Bereich des Eltern-Kind-Treffs 13.662 Menschen, die die Angebote nutzten.

Dieser Ort hat einfach eine positive Atmosphäre!

Am liebsten würde Helga Franken, aufgrund der starken Nachfrage, die Aufgabenbereiche der offenen Familienarbeit noch erweitern, zum Beispiel um die Betreuung schwangerer Frauen oder Arbeit mit internationalen Frauengruppen. Dem engagierten Team sind jedoch jetzt schon Grenzen gesetzt, denn mit einer Vollzeitstelle, der Unterstützung einiger Bundesfreiwilligendienstler und Ehrenamtlicher ist das Pensum sehr hoch. Zudem haben sich spätestens seit 2015 die Anforderungen an die Arbeit mit Familien spürbar erhöht. „Wir machen hier sehr viel Integrationsarbeit, denn die geschieht ja meist in der Freizeit, in den Kleinkind-Gruppen, beim Spielen, beim Kochen, bei der gegenseitigen Hilfe“, sagt Helga Franken. „Da würden wir uns mehr Unterstützung durch die Stadt wünschen – grundsätzlich in Form von Anerkennung, aber natürlich auch finanzieller Art.“ Durch den Einsatz vieler Aktiver gibt es aber bereits tolle Initiativen, wie zum Beispiel das Café Internationale, Koch- und Informationsabende mit einem Länderschwerpunkt und multikulturelle Interessengruppen, zum Beispiel, um Sprachen zu lernen. Im Familienhaus ist die Integrationsarbeit also längst Bestandteil der täglichen Arbeit. Helga Franken ist stolz auf Erreichtes: „Ich erlebe, dass alle Menschen, die hierher kommen, die ehrliche Offenheit und Toleranz spüren. Sie merken, dass das Wohlergehen aller Familien im Mittelpunkt unseres Handelns steht, sie spüren die Synergien der Projekte im Familienhaus, darum hat dieser Ort auch so eine positive Atmosphäre. Dieses Gesamtpaket begeistert am Ende eben auch die Kolleg*innen aus Berlin. “

Mehr Informationen, Hintergründe, Ferienprogramme und Veranstaltungstermine: www.familienhaus-cottbus.de oder EKT-FHC@jhcb.de

Foto: Helga Franken ist die gute Seele der „Offenen Arbeit“ im Familienhaus © come
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