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Kunst aus der DDR

von pm/bm, Kultur

Kunst aus der DDR ist das Thema von drei Ausstellungen, die am 3. Dezember im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst am Standort Cottbus eröffnet werden. Die Ausstellung zum Modemagazin SIBYLLE würdigt das Schaffen legendärer Fotografinnen und Fotografen wie Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Roger Melis, Ute und Werner Mahler und viele andere. Der Fotograf Joachim Richau ist mit einer beeindruckenden Serie zur Alltagsrealität im ländlichen Brandenburg der 1980er Jahre vertreten. Darüber hinaus präsentiert das Museum erstmalig Ronald Paris mit seiner anspielungsreichen Bildserie zum Werk von William Shakespeare. Mit den Ausstellungen widmet sich das Landesmuseum der aktuell breit geführten Diskussion um die Kunst aus der DDR und den Traditionslinien ostdeutscher Kunst.

SIBYLLE. Fotografien eines Modemagazins

BLmK, Cottbus – Dieselkraftwerk
03.12.2017 – 11.02.2018


Die Zeitschrift SIBYLLE galt als Vogue des Ostens und war eine Ausnahmeerscheinung in der DDR. Hier gab es Mode zu bestaunen, die es in den Länden nicht zu kaufen gab. Die Ausstellung beleuchtet die Bedeutung der Zeitschrift für die Entwicklung der Fotografie in der Deutschen Demokratischen Republik.
In der Ausstellung werden über zweihundert Werke aus drei Jahrzehnten von dreizehn Fotografinnen und Fotografen vorgestellt. Sie zeugen von den Entwicklungsphasen der Modefotografie in der DDR, in die der künstlerische Stil der sozial engagierten Fotografen einfloss, die die Wirklichkeit aus einer dem Menschen zugewandten Perspektive zeigen wollten. Die Modezeitschrift wurde zu einem Forum künstlerisch ambitionierter Fotografie, in dem eine freie Entfaltung und Selbstverwirklichung der Kreativen möglich war, ohne der Zensur anheim zu fallen.

Joachim Richau: HORIZONT oder die Illusion der Fremde 1984-1996
BLmK, Cottbus – Dieselkraftwerk
03.12.2017 – 28.01.2018


Die Ausstellung blickt auf das fast 40-jährige Schaffen des 1952 in Ost-Berlin geborenen Fotografen Joachim Richau zurück. Er begann Ende der 1970er-Jahre als Autodidakt und ist sei 1983 freiberuflich tätig.
Besonders interessant ist die umfangreiche Serie „Annäherung und Begegnung – Bilder aus Beerfelde“ (1984-87). Darin hält Richau mit selektivem Blick Alltagskonstellationen in einem kleinen brandenburgischen Dorf in der Nähe von Fürstenwalde fest. In ungeschönten und zugleich sensiblen Bildern erzählt er von den Menschen und ihrer Lebenswelt.
Für Richaus „dokumentarisch“ angelegte Arbeiten in Schwarzweiß, die bis Mitte der 1990 Jahre entstehen, wie beispielsweise die Serien „Berliner Traum“ und „finales“, ist eine subjektive Herangehensweise an die vorgefundene Realität kennzeichnend. Sie Fotografie ist eher emotional als analytisch ausgerichtet.

Ronald Paris. Shakespeare
BLmK, Cottbus – Dieselkraftwerk
03.12.2017 – 11.02.2018


Ausgangspunkt für den Zyklus von Aquarellen, Zeichnungen und Gouachen des in Rangsdorf lebenden und arbeitenden Künstlers Ronald Paris bilden die Sonetten und einige ausgewählte Theaterstücke von William Shakespeare.
Die 154 Gedichte und die Dramen des englischen Dichters widmen sich zumeist der Liebe. Doch eng an die Liebe sind Themen wie Angst vor Liebesverlust, Reproduktion, Unsterblichkeit, Altern, Eifersucht, Rollenzuschreibungen und Geschlechterkonstruktion geknüpft. Shakespeare behandelt jedoch nicht nur die heterosexuelle Liebe. Homoerotische Andeutungen sind zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Provokation für die gesellschaftlichen Konventionen.
Ronald Paris‘ Werkzyklus ist keine reine Illustration. Vielmehr angesiedelt zwischen Kommentar und visueller Übersetzung greift er Shakespeares Themen auf und transformiert die Sprachrhythmen in Bildrhythmen.
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