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Dieter Moor

Lieber einmal mehr als mehrmals weniger. Frisches aus der arschlochfreien Zone

von Christiane Freitag, Buch

Es gibt wieder Neues –Frisches – aus der arschlochfreien Zone vom wohl bekanntesten Altschweizer und Wahlbrandenburger Dieter Moor.
Wobei so neu ist das eigentlich gar nicht, es wurde ein altbewährtes Prinzip ein wenig aufge“frischt“. In etwa wie eine „Liebeserklärung an Brandenburger Land und Leute 2.0“. Denn wie schon im ersten Buch bietet Dieter Moor auch in diesem dem Leser einen amüsanten sowie gleichermaßen spannenden Einblick in sein Hofleben im brandenburgischen Amerika. Natürlich ohne dabei erneut auch nur einen einzigen Vorzug desselbigen auszulassen: Ob es nun Prinz Eisenherz (eigentlich richtig: Titanherz), heilige Kühe und Büffel mit eigenem Guru, Alice im Wunderland, Jakob, Patron aller Erfinder oder andere Protagonisten sind, nach der Lektüre dieses Buches möchte man glatt glauben, das Hofleben in Brandenburg käme dem Paradies auf Erden schon sehr nahe, wenn nicht gar gleich. Die Huldigung findet auch diesmal wieder subtil verpackt in charmant-sympathischen Geschichten statt. Von Überdruss dessen dabei keine Spur, eher andersherum. Denn im Gegensatz zu einer aufgewärmten Suppe (technisch gesehen handelt es sich bei diesem Buch schließlich um eine Art Fortsetzungsroman), ist es mehr eine herrlich köstliche Neukreation eines altbewährten Rezepts, das den Appetit nach noch Frischerem aus der arschlochfreien Zone mehr als anregt. Wer bis jetzt aufmerksam mitgelesen hat und nun meint das sei alles nur abgedroschen-kitschige Landromantik, meint vergebens. Denn Dieter Moor wird mit einer gelungenen Gratwanderung zwischen ultimativer Lobhudelei und dröger Landbeschreibung, ob er nun will oder nicht, zum überzeugendsten und lebhaftesten Botschafter Brandenburgs. Öde Landschaften verwandelt er in blühende, maulfaule und engstirnige Brandenburger in gute alte und liebenswürdige Originale und ein vermeintlich trostlos-langweiliges Leben in ein spannendes Abenteuer. Wer da nicht gleich vom Drang nach Spontanimmigration übermannt wird… . Für´s Erste würde auch reichen die völlig unbegründeten und idiotischen Vorurteile über Brandenburg sofort über Bord zu werfen.
Brandenburg, da bin ich mir sicher, wird sich in Zukunft vieler Touristen und Zuzüge erfreuen, gibt es doch nun einen weiteren, marketingtechnisch äußerst effektiven, Beitrag zum guten Ruf Brandenburgs in Form dieses gelungen-perfekten Werks literarischer Schreibkunst.
Dieter Moor – Lieber einmal mehr als mehrmals weniger.
Frisches aus der arschlochfreien Zone,
rororo, Taschenbuch, 288 S., 9,99 €, 978-3-499-62762-0

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