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Living Room Gallery 2020

von Heiko Straehler-Pohl, Kultur

Wenn in Cottbus die Räume einer Wohngemeinschaft leergeräumt werden, steht nicht zwingend ein Umzug an. Seit 2015 verwandelt die Living Room Gallery (LRG) Cottbuser Wohnhäuser temporär in eine Kunstgalerie. In diesem Jahr sind es gleich drei Locations, die den Besuchern offenstehen und an dem Projekt teilnehmen. Neben der Virchowstraße 17 und der „Unbelehrbar“ wird es eine weitere, bis zum Tag der Ausstellung geheim gehaltene Ausstellungsfläche geben. Bei der großen Anzahl an Bewerbern sehr erfreulich. „So konnten wir in diesem Jahr knapp 40 KünstlerInnen eine Zusage erteilen“, erzählt Glenn Buchholz aka Glönn, der seit einigen Jahren als einer der Kuratoren und Künstler an der Veranstaltung beteiligt ist. „Es gab viele kreative und spannende Bewerbungen und selbst bei drei Locations mussten wir einigen tollen KünstlerInnen absagen.“

Waren in den letzten Jahren insbesondere in den Abendstunden lange Schlangen vor dem Einlass, könnte sich das in diesem Jahr etwas entspannen. „Wir hoffen, dass durch die verschiedenen Locations keiner mehr am Abend vor verschlossenen Türen stehen muss“, erklärt Madlen Groba, die mit für die Organisation der LRG zuständig ist. „Wir freuen uns über die Unterstützung der Wohngemeinschaften und die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben. Vom Dachboden bis zum Keller wird alles mit Kunst bespielt.“ Dabei finden sich neben langjährigen Wegbegleitern der LRG auch zahlreiche KünstlerInnen, die zum ersten Mal in Cottbus ausstellen werden. Das Spektrum reicht von Fotografie und Malerei über Licht-, Raum- und Videoinstallationen bis zu improvisierten Ausstellungsführungen, während der ein unterhaltsamer und nicht immer ganz seriöser Einblick in die tieferen Bedeutungen der Kunstwerke gegeben wird.

Nachdem tagsüber der Fokus ganz auf der gezeigten Kunst und den Künstlern liegt, sind auch die Aftershowpartys ein fester Bestandteil der LRG. Wer Lust hat, das Tanzbein zu Livemusik und Querbeet zu schwingen, wird im Comicaze fündig werden. Für die Techno- und Elektroliebhaber wird das Bebel seine Pforten öffnen und im Faulen August wird Drum and Bass, Dub und Tek bis in die frühen Morgenstunden für alle Freunde der tiefen Bässe offenstehen. Wie auch die KünstlerInnen wurden die musikalischen Acts durch eine neunköpfige Jury ausgewählt. „Da sitzt man schon mal zwei Nächte und diskutiert mit den anderen, um eine möglichst vielfältige und qualitative Auswahl zu treffen“, berichtet Glenn. „Jeder hat seine Favoriten und möchte dieser auf der LRG sehen. Da geht es nicht immer ganz ruhig zu, aber am Ende waren alle mit der getroffenen Auswahl sehr zufrieden.“

Besucher können sich davon am 18. Januar 2020 von 10 bis 22 Uhr selbst überzeugen, wenn die LRG Cottbus wieder einmal für 12 Stunden Wohnräume in eine Kunstgalerie verwandelt. Der Eintritt zur Ausstellung ist wieder frei. Spenden gehen an die weltweit agierende Organisation „Viva con Aqua“ und die Krebshilfe.
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