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Das „Gute Leben“ - und was wir darunter verstehen

Nachtrag zur Veranstaltung am 22. November vorigen Jahres im QuasiMono

von Karin Weitze, Kultur

„Ideen für ein Gutes Leben“ – das war das Motto einer Veranstaltung aus mehreren Beiträgen, eine Mischung aus Gesprächen, Fotokunst, Musik und Diskussion. Eine Kooperation des Cottbuser Regionalbüros der Rosa Luxemburg Stiftung mit dem Team des Kost-Nix-Ladens. Ein bunter Abend, der offenbar richtig gute Resonanz hatte. Am Ende gab es noch Ogrosener Käsefondue für alle, die Appetit hatten und noch etwas bleiben wollten.
Die Veranstalter konnten zeigen, dass es ganz in der Nähe, deutschlandweit und sogar global Einflussmöglichkeiten für den Einzelnen gibt, wie man im Alltag verantwortungsvoll mit der Umwelt und den Menschen um sich herum umgehen kann, und die machen obendrein noch Spaß: in Cottbus selbst z.B. den Stadtgarten, das Repaircafé, die Solidarische Landwirtschaftsgruppe u. a. m.
An diesem Abend konnte man eindrucksvolle Menschen erleben, die mit ziemlich viel Enthusiasmus „ihr“ nachhaltiges „Ding“ machen, zum Beispiel richtig guten Käse aus gesunder Milch, der seinen Preis wert ist. Robert aus Orgosen macht es vor, und sein verschmitztes Lächeln, wenn er seiner Freude über seine anhängliche Kundschaft Ausdruck gibt, steckt an. Hinter ihm und im Raum verteilt sah man die beeindruckenden Fotografien von Alexandra Grünbaum, auf denen Robert tätig anzuschauen ist. Alexandras Fotokunst ist keine bezahlte Arbeit, sie kann sie sich leisten durch die Anstellung als akademische Mitarbeiterin der BTU.
Die „Spinnerei vom nachhaltigen Leben e.V. – Naturbildung und Kulturangebote“ ist ein Verein und ein Hof zugleich. In Neustadt / Nordsachsen bauen seit sechs Jahren junge Leute ein einst völlig verwildertes Grundstück als Lebens- und Arbeitsort aus und um, und zwar nahezu ausschließlich aus bereits gebrauchten Baumaterialien. Sie zeigen, dass es möglich ist, seinen „Naturverbrauch“ auf ein Minimum einzuschränken und dabei mit Lust und Gemeinsinn nicht nur für sich allein tätig zu sein. Ihre gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen geben sie in einem reichhaltigen Jahres-Veranstaltungsprogramm weiter an Besucher und Kursteilnehmer ihrer Workshops und Kulturveranstaltungen. Was bleibt als Schlussfolgerung? Mal hinfahren, am besten aber vorher anmelden. www.eine-spinnerei.de
Wunderbare Jazz Standards, exzellent dargeboten von Saskia Lehmann und Torsten Schubert von der BTU fügten sich organisch in den Abend und luden ein, von eigenen Ideen Guten Lebens zu träumen.
Dies war die zweite gemeinsame Veranstaltung von „KNL“ und „RLS“. Im Herbst 2016 berichtete Marco Paladines aus Ecuador über das Original des Konzeptes „Gutes Leben“ in den Andenländern. Nächstes Mal könnte um Strukturen und Ursachen gehen, die die Ausbreitung von Ideen Wegen der Wachstumsrücknahme, sozialer Gerechtigkeit und Naturerhaltung behindern und darum, was getan werden kann und muss, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Veranstalter sind jedenfalls motiviert.

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