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Blicklicht-Retrospektive

Nagelritz in der Bühne 8

von Horst Jatzlauk, Kultur

„Moin“ sagt der Norddeutsche und „moin, moin“, wenn er nicht nur grüßen, sondern auch noch ein Schwätzchen machen möchte. Gibt es dann noch eine Ahoi-Brause dazu, wird es gemütlich. So war es jedenfalls am 08.02.2019 ab 19.30 Uhr in der Bühne 8, anlässlich der (leider) letzten Veranstaltung der 2019er Ausgabe des Studentenkabarett-Festivals „Ei(n)fälle“ in Cottbus. Kein geringerer als „Nagelritz“, der sich im richtigen Leben Dirk Langer nennt, präsentierte sein neues Programm „Expedition Mond“ in den ausverkauften Räumen des Cottbuser Amateurtheaters „Bühne 8“ in der Erich Weinert-Straße 2.

Mit frivoler Doppeldeutigkeit, frechem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Seemannsgarn bewegt er sich gekonnt zwischen Comedy, Kabarett und Chanson. Auch wenn sich die eine oder der andere der Besucher „La Paloma“ hätten wünschen wollen, liegt das wohltuend abseits der inhaltlichen Absichten des Künstlers. Nagelritz steht für modernes Seemannsgarn, skurrile Geschichten und sehnsüchtige Seemannsmusik und präsentiert das alles weit genug entfernt von den bekannten Shantys.

Anfang der 1970er im Ruhrpott geboren hat er in einem vierjährigen Abschnitt seines Lebens die Sitten und Bräuche auf Containerschiffen kennengelernt. Diese Erfahrungen fügen sich wohltuend und sehr unterhaltsam in seine Programme ein. So auch in seiner „Expedition Mond“, in der die Seefahrerei und der Landgang auf spektakuläre Weise mit einer ungewollten Reise in den Orbit ihren Höhepunkt erleben. Auffallend auch seine multimediale Verarbeitung der Programminhalte mit Schifferklavier, Wortwitz, Ton- und Geräuscheinspielungen, Puppenspiel und Bühnenbildimprovisationen, die er in dieser Kombination erstmalig in sein Programm aufgenommen hat.

Nicht nur der sympathische norddeutsche Dialekt sondern auch der teilweise amouröse, verbale Umgang mit ausgewählten Damen des Publikums und sein großherziger Umgang mit seinen Ahoi-Brause-Päckchen verschafften ihm die anhaltende Gunst des altersmäßig gut gemischten Publikums. In einem anschließenden Gespräch erfuhr ich noch Einiges über seine diesjährige Tour durch zahlreiche Spielstätten Deutschlands und der Schweiz (www.nagelritz.de), bei der er wiederholt in unsere Gegend kommt. So wird er am 3. Mai 2019 in Forst/Groß Jamno „Zur Waldeule“ (ehemals „Zum Kuckuck“) seine „Expedition Mond“ noch einmal zum Besten geben.

Dieser kurzweilige und humorvolle Abend wirkte noch lange in mir nach und half sogar die am darauf folgenden Samstag erlittene Heimniederlage von Energie Cottbus auszuhalten.

Na denn, ahoi und vielleicht bis zum 03.05.2019 in Forst

pictures/artikel/IMG_52047189.jpgFoto: PR
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