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Rassistische Schmierereien häufen sich

von Bernd Müller, Politik

Schmierereien an Gebäuden geben die Stimmung in der Gesellschaft wider, und Cottbus scheint gegenüber Flüchtlingen und anderen Ausländern immer feindlicher eingestellt zu sein. Die Bürgerinitiative „Cottbus schaut hin“ hat festgestellt, dass in den vergangenen Wochen zunehmend ausländerfeindliche Schmierereien und Sticker an Hauswänden, Laternen und Briefkästen zu finden waren.
„Cottbus schaut hin“ ist eine Initiative, die sich für ein gewaltfreies und tolerantes Cottbus einsetzt. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, rechtsextreme Umtriebe in der Stadt zu dokumentieren und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.
Dem Bericht der Initiative nach sind alle Stadtteile betroffen. In Sandow „zierte“ das SandowKahn der Schriftzug „Sandow bleibt deutsch“. Eine Bananenwerbung des Rewe-Marktes ganz in der Nähe wurde mit „Bimboschmatzer“ besprüht. Und von der Eisenbahnbrücke hing ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt den Asylwahn“. Ein Imbiss in der Nähe des Blechencarrés wurde mit „Türken raus“ beschmiert. An der Sachsendorfer Oberschule prangte „No Islam, Europa für white people“, in der Nähe des Gelsenkirchener Platzes tauchten Schmierereien wie „No Islam“, „Nazis Kiez“ oder „No Muslims“ auf. In Schmellwitz wurden vor einer Flüchtlingsunterkunft Schweineschwänze gefunden und einer syrischen Familie in Ströbitz wurde ein Schweineohr in den Briefkasten getan. Und das sind nur die Vorkommnisse, die „Cottbus schaut hin“ in einer Woche Ende August und Anfang September verzeichnen musste.
Integrationsbemühungen, die von rechtspopulistischen Parteien gerne eingefordert würden, könnten in einem solchen gesellschaftlichen Klima gar nicht umgesetzt werden, so eine Sprecherin von „Cottbus schaut hin“. Ein Widerspruch, denn Menschen mit rechtspopulistischen Floskeln fordern nur zu oft Integration, Anpassung und Unterordnung von Flüchtlingen. Das kürzlich erst beschmutzte „SandowKahn“ sei beispielsweise ein Ort, wo erfolgreiche Integrationsarbeit geleistet würde. So biete dort die Freiwilligenagentur ein Sprechcafé für Flüchtlinge und andere an. Auch junge engagierte Menschen vom Verein „Initiative Jugend und Kultur“ böten dort jeden Mittwoch Freizeitangebote für Jugendliche und junge Erwachsene an.
Menschen, die rassistische Parolen in der Öffentlichkeit hinterlassen, müssten strafrechtlich verfolgt werden, so eine Forderung von „Cottbus schaut hin“. Doch das reiche nicht: Die Stadt Cottbus müsse endlich prüfen, wie sie dagegen vorgehen kann. Denn Opfer seien nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die Cottbuser: Es werde ein Klima des Unwohlseins in der Stadt erzeugt.
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