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Strafgefangene unterstützen!

Caritas Hilfe für Strafgefangene

von Bernd Müller, Politik

Man stelle sich die Situation vor: Man wacht auf und geht zu Bett in einem kleinen Zimmer, das Fenster ist vergittert. Kaum ein Möbelstück steht in diesem Zimmer. Eine unangenehme Vorstellung, zumal sich auch der Alltag jeden Tag aufs Neue wiederholt. Kontakt zu Freunden hat man nicht mehr wirklich, die Familie kann man auch nur höchst selten sehen. Wie lange kann das einem vorbeigehen, ohne dass es bleibende Spuren hinterlässt? Für Strafgefangene ist das die Normalität.
Das muss aber nicht sein! Die Caritas Region Cottbus sucht Ehrenamtliche, die bereit sind, ein wenig Abwechslung in den Alltag von Strafgefangenen zu bringen; jemanden der zuhört, von draußen erzählt, einfach mal eine Postkarte schickt oder hilft, wenn die Zeit gekommen ist, sich langsam ein Leben außerhalb des Gefängnisses aufzubauen.
Angst muss niemand haben, wenn vielleicht auch mit einem mulmigen Gefühl zu rechnen ist, wenn man das erste Mal hinter sich die Tür in das Schloss fallen hört. Aber unvorbereitet ist man nicht, denn die Caritas bereitet alle Ehrenamtlichen speziellen Kursen und Seminaren vor, bevor sie das Gefängnis betreten. Man wird auch nicht allein gelassen, man erfährt fortlaufende Unterstützung von den hauptamtlichen Caritas-Mitarbeitern. Am Ende hat man wahrscheinlich auch ein reelleres Bild von Justiz und Strafgefangenen.
Das Projekt der Caritas ist wichtig, um den Strafgefangenen einen Weg zurück in das „normale“ Leben zu gewährleisten. Andere Lebensweisen, Werte und Normen können zum Umdenken anregen und ein Leben in geregeltere Bahnen lenken.
Das Ehrenamtlichen-Projekt ist ein Teil der Unterstützung, welche die Caritas Strafgefangenen zugutekommen lässt. Sie veranstaltet soziale Trainingskurse, für die, die bald entlassen werden. „Woran scheitere ich immer wieder?“, „Wie strukturiere ich meinen Alltag?“, „Wie werde ich von anderen wahrgenommen und wie ist die Wahrnehmung meiner selbst?“ sind Fragen, welche die Sozialarbeiter mit den Strafgefangenen beackern. Und für die zwei Jahre nach der Entlassung ist die Caritas die Anlaufstelle für Hilfesuchende. Wer strafgefangen war und draußen seine Lehre beenden will, sich auf der Berufsschule qualifizieren möchte oder über das Jobcenter umschulen möchte, der hat in der Caritas einen kompetenten und engagierten Ansprechpartner.
pictures/artikel/IMG_45049768.jpgFoto: Caritas


Wer dazu beitragen möchte, dass die Strafgefangenen eine neue Chance auf ein „normales“ Leben bekommen können und wer dabei helfen möchte, den Haftalltag für Gefangene erträglicher zu machen, der kann sich als Ehrenamtlicher bei der Caritas melden. Frau Zabka und Herr Ringelhann geben bei Fragen Auskunft. Telefon: 0355/380037 – 34 (-35) oder Email: straffaelligenhilfe@caritas-goerlitz.de
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