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Unklare Zukunft für das Strombad

von Bernd Müller, Kultur

Das Strombad ist ein besonderer Ort. Kaum ein Cottbuser, den keine Erinnerung mit diesem Freibad verbindet. Wie es mit dem Gelände weitergeht, ist bislang offen. Noch hat sich die Stadt nicht entschieden, wer der neue Pächter sein wird. Mit einem Solidaritätskonzert unter dem Motto „Strombad für Alle!“ unterstrichen drei Vereine und Initiativen, dass das Gelände auch weiterhin für die Allgemeinheit offen sein soll. Unterstützung erhielten sie dabei von zahlreichen Kulturschaffenden aus der Region, Bands und DJ’s.
Was ein nicht-öffentliches Strombad bedeutet, hatte Christian Lehmann, Mitglied von „UNISONO – Cottbus gemeinsam bewegen“ im Vorfeld der Veranstaltung erklärt. Musiker hätten ihren Proberaum verloren, Künstler ihre Leinwände, Jugendliche und Familien ihren Treffpunkt. „Der Ort, an dem der Sommer unbekümmert genossen werden konnte, an dem sich Menschen vom stressigen Arbeitsalltag erholten und an dem Begegnung und Kommunikation stattfand, wurde nach Aufforderung des Immobilienamtes Cottbus verriegelt und versperrt.“
Der Hintergrund der Strombadschließung ist wie so oft das Geld. Bislang wurde das Gelände von der Jugendhilfe Cottbus betrieben. Nachdem die Förderung aus dem Städtebauprogramm „Zukunft im Stadtteil“ ausgelaufen war, versuchte die Jugendhilfe die Finanzierung durch Vermietung zu erwirtschaften. Letztlich konnte es der Träger nicht mehr halten.
Seit Juni sucht die Stadtverwaltung offiziell nach einem neuen Pächter, dazu hat sie ein sogenanntes Interessensbekundungsverfahren eingeleitet. Zwei Bewerbungen sind eingegangen. Sowohl der Strombad e.V. (siehe März-Ausgabe der Blicklicht) als auch der Stadtsportbund (siehe September-Ausgabe) zeigten Interesse. Im Oktober hätte der neue Betreiber schon feststehen sollen, doch bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe (Dezember) stand er noch nicht fest.
Vor diesem Hintergrund muss man sich nicht wundern, dass irgendwann die Gerüchteküche anfängt zu brodeln. Da war zu vernehmen, die Stadt wolle das Gelände bis 2020 behalten, um es dann einem in Cottbus stadtbekannten „Baulöwen“ zuzuschanzen. Auf Nachfrage der Blicklicht dementierte eine Stadtsprecherin dieses Gerücht. „Es ist nicht im Interesse der Stadt, dass sich die Vergabe der Trägerschaft verzögert, da die Objektunterhaltung, gerade in den Wintermonaten, für die Stadt mit hohen Kosten verbunden wäre“, heißt es in der Erklärung. Bis zum Jahresende soll die Entscheidung nun fallen.
Die Cottbuser dürfen also gespannt sein. Rund 200 Besucher bei dem Soli-Konzert sind ein nicht zu übersehendes Zeichen, dass viele Cottbuser an einem für die Allgemeinheit offenen Strombad interessiert sind.


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