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#WannWennNichtJetzt

3. August - die Straße gehört uns!

von Conny Meißner, Politik

Es reicht! Besorgte Bürger*innen laufen mit neu erstarktem Selbst(?)Bewusstsein durch die Straßen. Dabei nehmen sie in Anspruch für „das Volk“ zu sprechen. Auch wenn sie mit ihren 20% viel zu viele sind, so sind es die anderen 80 %, die lauter für sich sprechen müssen. Das treibt die Organisator*innen der Initiative #WannWennNichtJetzt an. „Den gesellschaftlichen Aufbruch wagen“ ist ihr Motto und so ziehen sie vor der Landtagswahl durch neun Städte in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Dabei besetzen sie die Marktplätze mit Lebensfreude, Diskussionen und Musik. Bei Kaffee und Kuchen, Straßentheater, lokalen Info-Ständen, Lesungen und Podien sollen vor Ort verschiedenste Themen zur Sprache kommen, die die Menschen umtreiben, ob Rechte von Arbeitnehmer*innen, Entwicklung von Mieten, Klima und Strukturwandel oder Rechtsruck und Migration. Der Bezug zur jeweiligen Region und die Erfahrungen während und nach der DDR stehen dabei im Vordergrund. In Cottbus arbeiten die örtlichen Partner bereits lange und unermüdlich an der Veranstaltung, die am 3. August auf dem Erich-Kästner-Platz stattfinden wird. Presseprecherin für #WannWennNichtJetzt Brandenburg ist Sarah Fartuun Heinze:

Sarah, die Initiative ist ja ein größerer Zusammenschluss. Was steckt dahinter?

Sarah: #WannWennNichtJetzt ist ein gemeinsames Projekt von kulturpolitischen, antifaschistischen, antirassistischen und feministisch engagierten Menschen aus Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Wir haben uns zusammen getan, um vor Ort für eine offene und solidarische Gesellschaft zu streiten. Wir veranstalten Konzerte und ein inhaltliches, kostenfreies Bildungs- und Kulturprogramm vor den Landtagswahlen in allen drei Bundesländern. Seit Jahren machen die ostdeutschen Bundesländer negative Schlagzeilen. Doch es gibt so viele selbstorganisierte Strukturen, die beispielsweise Jugendarbeit und kritische Bildungsarbeit leisten. Ja, wir sind nicht immer mehr, aber wir sind auch da: Deswegen müssen wir uns vernetzen, bestehende Bündnisse stärken und neue knüpfen. Jetzt ist es an der Zeit, Solidarität und Unterstützung zu organisieren. Mit allen, die erst seit kurzem hier wohnen und mit allen, die schon lange hier sind. Wir wollen gemeinsam für eine Veränderung eintreten, ein Ostdeutschland in dem wir alle miteinander leben und um bessere Lebensverhältnisse einstehen.

Zur Finanzierung des Projekts habt ihr im Mai eine Crowdfunding-Aktion gestartet? Wie war die Resonanz und wie lange läuft die Aktion noch?

Sarah: Aktuell sind wir, passend zum Wendejubiläum, bei 89 %: Das ist natürlich großartig und zumindest ein positiver Effekt der Wahlergebnisse in großen Teilen Ostdeutschlands. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 04.07.: Also noch jede Menge Zeit unsere Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen!

Wie wird der Tag in Cottbus ungefähr ablaufen? Welche Schwerpunkte sollen in Cottbus gesetzt werden?

Es wird tagsüber Workshops, Lesungen, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Herbst 89“ und eine Open Stage geben: „Von ganz tief unten“. Außerdem wollen wir mit einem „Markt der Möglichkeiten“ emanzipatorisch arbeitenden Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit geben mit ihrer Arbeit sichtbar zu werden und sich zu vernetzen. Und natürlich gibt es die Konzerte am Abend, wer da genau auf dem Erich-Kästner-Platz spielen wird ist allerdings noch eine Überraschung.

Während des gesamten Tages habt ihr natürlich auch ein Bühnenprogramm? Welche Highlights willst Du schon verraten?

Genau: Die Open Stage „Von ganz tief unten“ auf der unterschiedlichste Künstler*Innen mit mehr und mit weniger Bühnenerfahrung Geschichten mit und ohne Musik mit dem Cottbuser Publikum teilen werden. Eins von vielen Highlights verrate ich gerne schon mal vorab: Und zwar wird Michael Becker, den viele Cottbuser*Innen u.a. aus seiner Zeit am Staatstheater Cottbus kennen, mit einem besonderen musikalisch-theatralen Programm, gemeinsam mit Mario Heß und Philipp Standera diesen gewiss ohnehin schon ausgesprochen schönen Tag für uns alle noch schöner machen. Welches Programm genau wird allerdings noch nicht verraten. Was ich aber gerne schon verrate, ist, dass auch meine Ukulele und ich „Von ganz tief unten“ ukulelisieren werden.

Kann man sich noch einbringen und mitmachen?

Sarah: Unbedingt! Abgesehen von einer Teilnahme am Markt der Möglichkeiten freuen wir uns auch über Ideen in anders bunten Farben: Einfach eine Mail an cottbus@wannwennnichtjetzt.org schreiben. Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich auf die gemütlichste Probebühne der Welt zu begeben und bei der Open Stage „Von ganz tief unten“ mitzumachen!

Wo finden die Interessierten die detaillierten Infos zum Ablauf und zum Programm?

Sarah: Wir arbeiten aktuell u.a. mit Hochdruck an der Fertigstellung der Plakate für #WannWennNichtJetzt in allen drei Bundesländern, zusätzlich wird es Informationen auf den Socialmediakanälen von #WannWennNichtJetzt geben.

Was wünscht Ihr Euch für diesen Tag?

Sarah: Ein buntes schönes lustiges Fest, das wir gemeinsam feiern, um Mut und Kraft zu schöpfen für die Kämpfe der kommenden Zeit, um uns gegenseitig zu stärken und weiter zu vernetzen: Aber vor allem um gemeinsam zu feiern. Und natürlich gutes Wetter!

Danke.

Die Fragen stellte Conny Meißner

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