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Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Nento pak wóstanu wera, nazeja, lubosc, te tsi; ale nejwjetša z nich jo lubosc.

Am Sonntag den 2. Juli um 15.00 Uhr eröffnet das Heimatmuseum Dissen die Ausstellung zum kirchlichen Leben der Sorben nach der Reformation. Die Ausstellung präsentiert die tiefen Veränderungen, welche die Reformation im kirchlichen Leben in der Niederlausitz hinterlassen hat. Sie zeigt viele Eckdaten, die für die Entwicklung und Vertiefung des protestantischen Glaubens in der Niederlausitz von Bedeutung waren. Fotos aus den Kirchen der Niederlausitz von Gerd Rattei, museale Zeugnisse, wie Bibeln, Gebets- und Gesangsbücher in sorbischer Sprache aber auch Trachten zu den unterschiedlichsten kirchlichen Ereignissen zeigt diese Exposition. Eine eigene Kirchenverwaltung für die evangelischen Sorben gab es nie. Deshalb hatte auch die sorbische Bevölkerung immer die Konfession der jeweiligen Obrigkeit anzunehmen. Die gesamte Kirchengeschichte der Sorben schwankte zwischen Ablehnung und Toleranz von Seiten der deutschen Kirchen. Erschwerend kam die sprachliche Differenzierung in Nieder- und Obersorbisch, die konfessionelle Zersplitterung, die bis heute fortdauernde Teilung des sorbischen Siedlungsgebietes durch Verwaltungsgrenzen und Sprachverbote hinzu. Im Jahre 1941 verfügte die evangelische Kirchenleitung Berlin-Brandenburg ein Verbot der sorbischen Predigt in der Niederlausitz. Damit war die Ausweisung des letzten sorbischen Pfarrers Bogumil Šwjela (Gotthold Schwela) aus Dissen nach Thüringen verbunden. Bereits 1987 wurde in Dissen das sorbische Kirchenleben in der Niederlausitz durch eine größtenteils von Laien getragene Initiative wiederbelebt. Seither findet alle zwei Monate ein Wendischer Gottesdienst statt. 1991 erschien eine niedersorbische Liturgie und 2007 ein neues niedersorbisches Gesangbuch mit Noten, „Duchowne kjarliže“. Zur Eröffnung singt und spielt der sorbische Liederpoet Pitttkungings.
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