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MOMO
Premiere

Am Sonntag, 26.11.2017, kommt um 11 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus ein neues Schauspiel-Märchen zur Premiere. Erstmals ist Michael Endes Kinderbuchklassiker „Momo“ in einer eigenen Bühnenfassung von Regisseur Jörg Steinberg in Cottbus zu sehen: Niemand weiß, woher Momo kommt oder wie alt sie genau ist. Plötzlich ist sie da und hört zu. Und zwar allen und jedem! Sie kann so gut zuhören, dass nicht nur Gigi Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer ihre Nähe suchen; auch die Kinder der Stadt scharen sich um sie. Doch seit einiger Zeit schleichen einige grau gekleidete Herren in der Stadt herum. Sie nennen sich „Mitarbeiter“ einer „Zeit-Sparkasse“, rauchen ununterbrochen Zigarren und überreden die Erwachsenen, Zeit zu sparen, um irgendwann ein „richtiges Leben“ führen zu können. Immer mehr Menschen schließen sich ihnen an. Einzig Momo entdeckt ihr Geheimnis: Die grauen Herren verwahren und mehren nicht die Zeit der Menschen, sie leben davon! Als Momo und ihre Freunde zum Widerstand aufrufen, scheint es bereits zu spät. Keiner hört ihnen zu. Und Momo gerät in Gefahr! Sie wäre verloren, tauchte nicht plötzlich eine uralte Schildkröte (als Gast: David Kramer; Kostüme Stephanie Dorn) auf, die sie zum Nirgendhaus von Meister Hora, dem Verwalter der Zeit, führt ... Michael Ende erwies sich 1973 mit seinem Roman „Momo“ als visionärer Beobachter seiner damaligen Umgebung. Heute, über vierzig Jahre nach seiner Entstehung, ist der Stoff in Zeiten persönlicher Selbstoptimierung, permanenter Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und drohender Burnout-Gefahr aktueller denn je. Regisseur Jörg Steinberg, der zuletzt 2002 am Staatstheater Cottbus die Fußballkomödie „Besessen – Die Geschichte eines Fans“ inszenierte, hat für die hiesige Inszenierung eine eigene, sanft modernisierte Fassung geschrieben, die sich speziell an Kinder ab sechs Jahren richtet und die philosophische Tiefe des Stoffes bewahrt. Momo (Ariadne Pabst) hat sich darin in einer hektisch sich drehenden, bunten Welt (Bühne: Tilo Steffens) ein Zuhause in einem riesigen Schrank geschaffen; eine Entschleunigungs-Oase abseits des urbanen Trubels, die ihr Pendant im Reich Meister Horas (Susann Thiede) findet – einem ruhigen, vom Ticken unendlich vieler Uhren erfüllter Ort am Rande der Zeit, der im Kontrast zur Hektik der lauten Stadt steht.

© blattwerk e.V. 2005