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DRK hat vereinbarten Verhandlungstermin abgesagt

DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. verweigert zügige Tarifverhandlungen mit verdi

von pm, Lausitz, 28.12.2017

Der DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. hat den zweiten Verhandlungstermin, der für den 28. Dezember 2017 vereinbart war, abgesagt und die Terminabsage mit der Erkrankung des Vorstandsvorsitzenden Frank Kautz begründet. Als neuen Verhandlungstermin hat der DRK Kreisverband den 25. Januar 2018 vorgeschlagen.
Für den verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke stellt die Terminabsage eine erhebliche Verzögerung der Tarifverhandlungen dar. Die verdi-Tarifkommission kann zwar verstehen, dass der ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende Frank Kautz an den Tarifverhandlungen krankheitsbedingt nicht teilnehmen kann, jedoch hätten andere Mitglieder des 7köpfigen ehrenamtlichen DRK-Vorstandes den erkrankten Vorstandsvorsitzenden bei dem vereinbarten Verhandlungstermin am 28. Dezember 2017 vertreten können.
Der DRK-Kreisverband war beim ersten Verhandlungstermin am 28. September 2017 mit der Geschäftsführerin Regina Schneider, dem Vorstandsvorsitzender Frank Kautz, dem Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Wolfgang Schreiber, dem Heimleiter Steffen Schmirgal und der Buchhalterin Marlen Irrgang vertreten.
„Der Termin am 28. Dezember 2017 hätte auch ohne den erkrankten Vorstandsvorsitzenden oder mit einem anderen Vertreter des 7köpfigen Vorstandes stattfinden können“, so der verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke. „Immerhin hatte sich der Vorstand 2 Monate Zeit gelassen, überhaupt einen weiteren Verhandlungstermin vorzuschlagen“, so Ralf Franke von verdi. Am ersten Verhandlungstermin am 28. September 2017 sah sich das DRK noch nicht in der Lage, einen weiteren Verhandlungstermin fest zu vereinbaren.
Noch weniger Verständnis hat die Gewerkschaft verdi für Vorschlag des DRK-Kreisverbandes, die Tarifverhandlungen erst am 25. Januar 2018 fortzusetzen. Die Gewerkschaft verdi fordert eine zügige Fortsetzung der Tarifverhandlungen. Hierzu hat die Gewerkschaft verdi sechs Terminvorschläge für die erste Hälfte des Monats Januar 2018 unterbreitet. Eine Reaktion auf diese sechs Terminvorschläge erfolgte bisher nicht.
„Die Art und Weise der Verhandlungsführung des DRK Vorstandes ist eine Missachtung der Arbeitsleistung der 170 Beschäftigten des DRK Kreisverbandes“, so Ralf Franke von verdi.
Die Gewerkschaft verdi hatte schon im Juni 2017 den DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. zu Tarifverhandlungen aufgefordert und eine Tarifforderung vorgelegt. Am 13. Juli 2017 fand ein erstes Sondierungsgespräch statt. Bis Anfang September 2017 stand noch nicht einmal fest, ob der DRK Kreisverband bereit ist, Tarifverhandlungen zu führen. Am 28. September 2017 folgte ein erster Verhandlungstermin. Beim ersten Verhandlungstermin am 28. September 2017 hatte der DRK Kreisverband die verdi-Tarifforderung zurückgewiesen aber selbst noch kein eigenes Tarifangebot vorlegt. Erst am 30. November 2017 wurde der Gewerkschaft ein erstes Tarifangebot und der Terminvorschlag für einen zweiten Verhandlungstermin am 28. Dezember 2018 übermittelt.
Die ver.di-Tarifkommission fordert einen Tarifvertrag, wie er mit dem DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. schon seit dem 1. Juli 2016 gültig ist.
Die ver.di-Tarifkommission hat das Tarifangebot des DRK Kreisverbandes Forst Spree-Neiße e.V. als völlig unzureichend abgelehnt.
Zwar enthält das Tarifangebot des DRK auch Entgelterhöhungen jedoch werden in dem Angebot langjährige Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit nicht berücksichtigt. So sollen nach dem Arbeitgeberangebot die Beschäftigten mit Berufserfahrung und langjähriger Betriebszugehörigkeit nur das Entgelt von Berufsanfängern, die gerade Ihre Ausbildung beendet haben oder erstmals als Pflegehelfer arbeiten, erhalten.
Im Arbeitgeberangebot fehlt auch die monatliche Schichtzulage für Schichtarbeit (Früh, Spät, Sonnabend, Sonntag und Feiertag) in Höhe von 40 EUR (bei Teilzeit anteilig) bzw. die monatliche Wechselschichtzulage (Schichtarbeit mit mindestens 2 Nachtschichten im Monat. Beim DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. erhalten die Beschäftigten entsprechend der Schichtdienste die Wechselschicht- oder Schichtzulage.
Das Arbeitgeberangebot enthält auch kein Weihnachtsgeld. Die Gewerkschaft verdi fordert ein Weihnachtsgeld in Höhe von 67,5% des durchschnittlichen Entgeltes, wie es nach dem Tarifvertrag beim DRK Kreisverband Cottbus- Spree-Neiße-West e.V. gezahlt wird.
Nach dem Arbeitgebervorschlag verdient im Jahr eine Pflegefachkraft mit 3jähriger Ausbildung in Schichtarbeit in Vollzeit beim DRK in Forst als Berufsanfängerin rund 1000 EUR brutto weniger Entgelt als nach dem Tarifvertrag mit dem DRK-Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. Bei einer 3jährigen Berufserfahrung steigt die Differenz auf 2700 EUR brutto im Jahr. Bei einer 6jährigen Betriebszugehörigkeit beträgt die jährliche Differenz schon 5370 EUR brutto im Jahr. Bei einer 10jährigen Beschäftigungszeit beträgt die Differenz schon 6730 EUR brutto im Jahr. Bei Pflegefachkräften in Teilzeitarbeit ist die Differenz anteilig niedriger.
Nach dem Arbeitgebervorschlag verdient im Jahr eine Pflegekraft (Pflegehelferin) und eine Betreuungsassistentin in Schichtarbeit in Vollzeit ohne Berufserfahrung beim DRK in Forst rund 860 EUR brutto weniger Entgelt als nach dem Tarifvertrag mit dem DRK-Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. Bei einer 3jährigen Berufserfahrung steigt die Differenz auf 3800 EUR brutto im Jahr. Bei einer 6jährigen Betriebszugehörigkeit beträgt die jährliche Differenz schon 4850 EUR brutto im Jahr. Bei einer 10jährigen Beschäftigungszeit beträgt die Differenz schon 5630 EUR brutto im Jahr. Bei Pflegekräften und Betreuungsassistenten in Teilzeitarbeit ist die Differenz anteilig niedriger.
Zur Durchsetzung der ver.di-Tarifforderung hatten sich 60 Beschäftigte am 7. November 2017 an einem 1 bis 2stündigem Warnstreik beteiligt. Weitere Streikaktionen werden nun für Januar 2018 vorbereitet.
Der DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. betreibt u. a. in Forst das Pflegeheim „Haus am Rosengarten“ und zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst mit rund 60 Beschäftigten.
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