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Landesstiftung schafft die Grundlage für die weitere Entwicklung von Park und Schloss Branitz

Stiftung erhält ab 2018 vier Millionen Euro jährlich

von pm, Cottbus, 11.01.2018

Kulturministerin Münch, die Cottbuser Kulturdezernentin Dieckmann und Stiftungsdirektor Streidt präsentieren Pläne für die neue Landesstiftung / Stiftung erhält ab 2018 vier Millionen Euro jährlich

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, die Cottbuser Kulturdezernentin Maren Dieckmann und der Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Gert Streidt, haben heute in Potsdam die am 01. Januar 2018 gestartete neue Landesstiftung sowie die Pläne und Aufgaben für die kommenden Jahre präsentiert.


Kurz vor Weihnachten 2017 hat der Brandenburger Landtag einstimmig das Gesetz über die Errichtung der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPMG) beschlossen und die Stadtverordnetenversammlung Cottbus hat ebenfalls einstimmig dem Abkommen zur Finanzierung der Stiftung zugestimmt. Das Land unterstützt die Stiftung ab 2018 mit rund 2,05 Millionen Euro jährlich, die Stadt Cottbus steuert 1,38 Millionen Euro bei, dazu kommen weitere Einnahmen, Mittel des Bundes und Drittmittel. Insgesamt wird die Stiftung ab dem kommenden Jahr über rund 4 Millionen Euro jährlich verfügen – fast doppelt so viel wie bisher mit 2,2 Millionen Euro. Von 2018 bis 2020 werden zudem deutsch-polnische Interreg-Mittel der Europäischen Union in Höhe von 2,8 Millionen Euro für die Wegesanierung und die Wiederherstellung von Partien des Pleasuregrounds bereitgestellt.
Aufgabe der neuen Stiftung ist es, das in Cottbus erhaltene Gesamtkunstwerk aus Garten- und Landschaftsgestaltung, Architektur und Raumausstattung und Museumssammlungen des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau zu bewahren und zu ergänzen und der Öffentlichkeit sowie für Wissenschaftszwecke zugänglich zu machen. Das bisherige Personal wird auch in der neuen Landesstiftung eingesetzt. Zudem ist durch die verstärkte Finanzierung ein Personalaufwuchs von 22 auf zukünftig 34 Stellen möglich, von denen 7 zusätzliche Stellen für den Bereich Garten- und Landschaftspflege vorgesehen sind.
Der Park von Branitz in Cottbus ist das Alterswerk des Gartenkünstlers, Weltreisenden und Reiseschriftstellers Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871). Nach dem Verkauf seiner Standesherrschaft Muskau 1845 bezog der Fürst das Schloss seiner Vorfahren in Branitz und legte einen Landschaftsgarten an. Da das Branitzer Schloss bis 1945 von Pücklers Erben bewohnt wurde, danach städtisches Museum und Bezirksmuseum war und die Branitzer Anlage bereits 1952 unter Denkmalschutz gestellt wurde, konnten Schlossbau und Teile des originalen Interieurs erhalten werden.
In der Anlage spiegelt sich noch heute die Arbeits- und Lebenswelt des Fürsten in repräsentativen Räumen wider. Es wurden zudem nach 1990 weitere Teile des erhaltenen Pückler-Erbes durch das Engagement von Mitgliedern der Erbengemeinschaft im Zusammenwirken mit dem Land in Branitz zusammengeführt, so zum Beispiel die national bedeutsame Pückler-Callenberg-Bibliothek, Brandenburgs wichtigste Adelsbibliothek. Zur umfassenden Museumssammlung gehören persönliche Objekte des Fürsten, Kunst- und Buchbesitz sowie Schriftzeugnisse. Forschungsbibliothek, Bildsammlung und Archivüberlieferung ermöglichen national wie international Austausch und Forschung zu Pückler.
Für die Geschichte der europäischen Gartenkunst stellen Pücklers größte und bekannteste Parkschöpfungen in Bad Muskau, Branitz und Potsdam-Babelsberg herausragende Höhepunkte dar. Der Park Babelsberg ist seit 1990 Teil der Welterbestätte ‘Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin‘. Der Muskauer Park/Park Mużakowski wurde im Juli 2004 als beispielhaftes gemeinsames polnisch-deutsches Kulturerbe in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. In der Gartendenkmalpflege und der Fachliteratur gilt der Park Branitz als letzter großer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts von internationaler Bedeutung.
In die Branitzer Anlagen sind seit 1990 bereits mehr als 30 Millionen Euro mit Unterstützung der Europäischen Union, des Bundes, des Landes und der Stadt Cottbus investiert worden. Damit konnten Park und Gebäude in einen weitgehend sanierten beziehungsweise wiederhergestellten Zustand versetzt werden. Im vergangenen Jahr zählten das Schloss und die Ausstellungen rund 65.500 Besucherinnen und Besucher, rund 200.000 besuchten den Park.
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