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Anfassen, Mitmachen und neu entdecken

die Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz ziehen eine positive Bilanz 2017

von pm, Kultur, 30.01.2018

Bereits das siebente Jahr in Folge kann sich der Landkreis Oberspreewald-Lausitz über steigende Besucherzahlen in seinen Museen freuen. Mehr als 145.000 Besucher haben das Spreewald-Museum Lübbenau, das Freilandmuseum Lehde, die Senftenberger Schloss und Festungsanlage und die Kunstsammlung Lausitz in 2017 besucht. Zum Vergleich, im Jahr 2008 waren es noch nur rund 70.000. „Es freut uns sehr, dass wir die Besucherzahlen nachhaltig stabilisiert haben“ freut sich Museumsdirektor Stefan Heinz. Im Museum Schloss und Festung Senftenberg haben sich die Besucherzahlen in diesem Zeitraum fast verdoppelt (2008: 15.361; 2017: 27.767) und im Lübbenauer Spreewald-Museum sogar mehr als vervierfacht (2008: 4.656; 2017: 19.308)

Spitzenreiter war das Freilandmuseum Lehde mit über 98.000 Besuchern in 2017 (2008: 56.476). Einheimische und Gäste entdecken hier das Leben der ländlichen Bevölkerung im Spreewald in vier Hofanlagen aus der Region. Dass das Freilandmuseum schon lang ein Klassiker im Spreewald ist, zeigte ein besonderer Jahreshöhepunkt 2017. Im August hatte das älteste Freilandmuseum Brandenburgs seinen 60. Geburtstag gefeiert. Dafür, dass das Museum auch nach sechs Jahrzehnten nicht „zum alten Eisen“ gehört, wurde viel getan. Überarbeitete Ausstellungen mit vielen Mitmach- und Erlebnisangeboten sowie pädagogische Angebote und Kurse steigern die Attraktivität des Museums.
Auch in die Restaurierung und Werterhaltung wird an allen Museumsstandorten langfristig investiert. Zum Beispiel bekommt das älteste Wohnhaus im Freilandmuseum derzeit ein neues Reetdach und das historische Backhaus wird denkmalgerecht saniert. In 2018 wird es hier weiter gehen, beispielsweise mit neuen überdachten Standorten für landwirtschaftliche Technik und Großgeräte im Freilandmuseum Lehde.
„Wir freuen uns sehr über einen Kreistagsbeschluss, der die Erweiterung des Freilandmuseums Lehde nachhaltig und langfristig sichert. Nach knapp 10 Jahren wird nun das Grundstück angekauft, auf dem sich die vierte Hofanlage mit dem zweiten Eingang, dem Museumsladen, der Obstwiese und den Räumen für die Museumsverwaltung befinden. Dies ist eine wichtige Investition in die Zukunft des Museums.“ gibt Museumsdirektor Stefan Heinz einen Ausblick auf laufende Projekte.


Ausblick 2018


Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm steht für 2018 bereits fest. Neu dabei ist zum Beispiel ein mehrwöchiges Projekt, in dem ein Holzbackofen aus Strohlehm im Freilandmuseum Lehde gebaut wird. Aber auch Klassiker, wie die Ferienkurse zu sorbischen Ostereiern oder die Erlebnisführungen „Frau Bürgermeisterin geht shoppen“ in Lübbenau und „Die Frau des Alchemisten“ rund um den berüchtigten Amtshauptmann Klettenberg in Senftenberg sind wieder dabei. Darüber hinaus kann man sich bereits die Lübbenauer Ostereiermesse am 03. und 04. März 2018, das Festungsspektakel im Juli und die Spreewaldweihnacht an den ersten beiden Adventswochenenden in den Kalender eintragen.
Ein Schwerpunkt wird in 2018 die Kunstsammlung Lausitz sein. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die Sommerausstellung in der über 50 Werke der „unbekannten Moderne“ (11.07. bis 28.10.2018) aus einer privaten Sammlung zu sehen sein werden. Die zweite große Sommerausstellung in Senftenberg trägt den Titel „Urlaub in der DDR“. Vom Campingurlaub bis zu Jugendtourist widmet sich die Ausstellung Reiseträumen, Ferienfreuden und Kuriositäten im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat (14. Juli bis 28. Oktober 2018). An Theodor Fontane kommt man im Spreewald nicht vorbei. Mit Ausblick auf des große Fontane-Jahr 2019 zeigt das Lübbenauer Spreewald-Museum bereits ab November 2018 die Sonderausstellung „Pietsch trifft Fontane“ (10. November 2018 bis 24. März 2019). Wie einst Fontane reiste der Berliner Maler Manfred Pietsch mit den Werken des großen Literaten durch Brandenburg und proträtierte Landschaften, Kleinstädte und ehemalige Residenzorte.
Ein besonderes Jubiläum steht im Senftenberger Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in diesem Jahr an. Vor 111 Jahren wurde das Senftenberger Heimatmuseum im Schloss gegründet, das die Keimzelle der heutigen Sammlungen darstellt. Das Museum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um den nächsten Teil seiner Dauerausstellungen zu überarbeiten. Ackerbürger, Stadtbürger, Staatsbürger - am Beispiel Senftenbergs wird das kleinstädtische Leben in der südlichen Niederlausitz in verschiedenen Zeitschnitten in den Fokus gerückt.
„Ebenfalls eng mit den Jubiläen verknüpft, ist die überaus spannende Geschichte des Museums selbst. Von dem Wunsch einiger Heimatforscher vor über 100 Jahren die historischen Schätze der Region zu sichern, den Aufbau des Freilandmuseum in Lehde in der DDR Zeit, über die Rekonstruktion der Festungsanlage bis zum erlebnisorientierten modernen Museum heute, hat sich viel verändert“ erläutert Museumsdirektor Heinz das Projekt. Die Hausgeschichte wird in den kommenden beiden Jahren, mit Schwerpunkt in 2019 von einer wissenschaftlichen Volontärin im Museum erforscht.
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