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Zeigt die Silvesternacht die Zukunft unserer Heimat?

von pm/Cottbus schaut hin, Politik, 01.01.2018

Der Verein „Zukunft Heimat e.V.“ veranstaltete am 31.12.17 auf dem Stadthallenvorplatz als krönenden Abschluss für das Jahr, erneut eine Kundgebung unter dem Motto „Grenzen ziehen“ in Cottbus. Jenseits der Forderung des Vereins nach „Sicherheit im eigenen Land“ zeigt die Silvesternacht jedoch wieder einmal die angespannte Atmosphäre. Die Nacht war geprägt von Fremdenfeindlichkeit, aufgebrachter Dynamik und Willkür der Polizei.
Am Nachmittag des letzten Tages des Jahrs 2017 lud der Verein „Zukunft Heimat e.V.“ erneut zu einer Kundgebung mit Redebeiträgen von prominenten Personen aus der AfD und Pegida ein. Während die Rednerin Birgit Bessin davon sprach „friedlich in das neue Jahr zu kommen“, ereignen sich wenig später im Zentrum von Cottbus gefährliche Situationen. Durch den häufig zu beobachtenden verantwortungslosen Umgang mit Knallkörpern , war die Lage bereits am frühen Abend angespannt. Die Polizei leitete gegen 22 Uhr Maßnahmen ein, indem sie mehrere junge Geflüchtete separierte, die Personalien feststellte, Fotomaterial von ihnen erstellte, mit Gewahrsam drohte und sie für die gesamte Nacht des Platzes verwies. Nach dieser polizeilichen Maßnahme folgten weitere Platzverweise und Drohungen an unbeteiligten Flüchtlingen. In einem Video von
„Cottbus schaut hin“ wird deutlich, dass sich die Polizei unverhältnismäßig ihnen gegenüber verhielt. Die Pressesprecherin der Initiative „Cottbus schaut hin“ schildert die Situation wie folgt: „Einige Polizistinnen und Polizisten sprachen in sehr aggressivem Tonfall, sowie mit sehr unprofessionellem Sprachgebrauch mit den Migranten. Die Männer wurden behandelt wie respektlose Verbrecher, obwohl sie sich kooperativ zeigten.“
Auf dem Altmarkt waren gegen 22:45 Uhr Hitlergrüße zu hören und Rufe wie: „Zukunft Heimat“. Auch vermummten sich junge deutsche Männer mit Sturmhauben, eine davon rot-weiß gestreift, wie die Farben des „FC Energie Cottbus“ und warfen ohrenbetäubende Feuerwerkskörper auf den Stadthallenvorplatz. Dabei stand die Polizei tatenlos in unmittelbarer Nähe zu den Tätern. Des Weiteren warfen junge Männer kurz nach Mitternacht absichtlich mehrmals Knallkörper in Kleingruppen von Menschen mit Migrationshintergrund, dabei auch Kinder. Danach amüsierten und lachten sie über ihre Taten. Derzeit befand sich die Polizei weiterhin vor Ort, schritt aber nicht ein.
Diese Vorkommnisse in der Cottbuser Silvesternacht zeigen nur einmal mehr, dass die Atmosphäre selten geprägt ist von Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger. Sie zeigen den Widerspruch zur Realität und den Forderungen und Aussagen des Vereins „Zukunft Heimat e.V.“. Die fehlende Sicherheit die zu spüren war, ging nicht von Geflüchteten aus, sondern von jungen Deutschen, die es in Kauf nahmen Menschen bewusst auf Grund ihrer Herkunft zu verletzen, während die Polizei ihre Verantwortung nicht ausreichend wahrnahm. Ist dies die Zukunft für unsere Heimat?


„Cottbus schaut hin“ ist eine Gruppe von Menschen, welche sich für ein gewaltfreies und tolerantes Cottbus einsetzen. Wir haben es uns als Initiative zur Aufgabe gemacht, fremdenfeindliche und rechts motivierte Gewalttaten in und um Cottbus zu dokumentieren und die politischen Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen. Die Atmosphäre in der Stadt hat sich für einige Personengruppen in ein Klima des Unwohlseins gewandelt. Die Bürger der Stadt müssen für das Thema sensibilisiert werden.

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